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Soforthilfe: Serafin stellt 1,5 Millionen Euro bereit

20181214-SANTACLAUS

München. (srf) Die Serafin Unternehmensgruppe, Gesellschafter der Gersthofer Backbetriebe GmbH, hat eine freiwillige finanzielle Unterstützung für alle Mitarbeitenden des Unternehmens beschlossen. Eine solche Unterstützung durch den Gesellschafter stelle im Falle von Insolvenzen eher die Ausnahme dar. Insgesamt werde der Gesellschafter einen Betrag von über 1,5 Millionen Euro für die Mitarbeitenden zur Verfügung stellen. Serafin werde das Geld auf Treuhandkonten überweisen, heißt es in einer Stellungnahme wie folgt.

Da die Sozialplanverhandlungen von der Gewerkschaft NGG blockiert werden, hat sich Serafin entschlossen zu handeln. Die Unternehmensgruppe ist sich ihrer Verantwortung bewusst und hat in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter eine schnelle und unbürokratische Lösung erarbeitet, damit die Beschäftigten kurzfristig Geld erhalten werden.

Die Lösung sieht vor, dass mit einem Teil des Geldes das ausstehende Weihnachtsgeld sowie der von den Backbetrieben geschuldete Dezember-Lohn kurzfristig ausgezahlt werden kann.

Der restliche Betrag von rund einer Million Euro steht für weitere Zahlungen an Arbeitnehmer, die mit dem Betriebsrat noch zu definieren sind, zur Verfügung. Die Verteilung wird in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit und dem Betriebsrat festgelegt. Das Geld wird von einem Treuhänder ausgezahlt, sobald die Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter und Betriebsrat hinsichtlich eines Sozialplans abgeschlossen sind.

Diese Regelung kommt allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Gersthofer Backbetriebe GmbH zugute. Für die Mitarbeiterinnen der Tochter «Lechbäck» wird zu gegebenem Zeitpunkt eine separate Lösung erarbeitet, da diese aktuell noch ihre Löhne für drei Monate aus dem Insolvenzgeld erhalten.

Die Serafin Unternehmensgruppe bedauert die Stilllegung der Bäckerei sehr. In den vergangenen drei Monaten haben die Mitarbeiter ihre Löhne bereits aus dem Insolvenzgeld erhalten. Trotz dieser Entlastung hat die Bäckerei aufgrund des rapiden Umsatzrückgangs auch in dieser Zeit erhebliche Verluste erwirtschaftet.

Die verbreitete Behauptung, dass in dieser Zeit finanzielle Reserven durch das Insolvenzgeld geschaffen werden konnten, ist falsch. Das operative Geschäft konnte auch in dieser Zeit nur durch die Bereitstellung von zusätzlichen Finanzmitteln des Gesellschafters aufrechterhalten werden. Zudem floss das Insolvenzgeld direkt an die Mitarbeiter und nicht etwa an die Serafin. Einsparungen erfolgten nicht auf Ebene der Serafin Unternehmensgruppe, sondern auf Ebene der Gersthofer Backbetriebe und etwaige verbleibende Finanzmittel wären Teil der Insolvenzmasse.

Der Umsatzverlust durch den ungebrochenen Trend hin zu Tiefkühlware konnte trotz aller Bemühungen und der Neukundengewinnung im Vertrieb letztlich nicht kompensiert werden. Die Geschäftsleitung hat alle möglichen Maßnahmen umgesetzt, konnte sich jedoch dem negativen Trend in der Branche nicht widersetzen. Als letzte Konsequenz musste der Geschäftsbetrieb leider stillgelegt werden, schließt Serafin seine Stellungnahme (Foto: pixabay.com).
 


Serafin stellt klar: Leistung für GBB-Mitarbeiter freiwillig

München. (18.12. / srf) Die Serafin Unternehmensgruppe, Gesellschafter der Gersthofer Backbetriebe GmbH, hat in der letzten Woche beschlossen, eine freiwillige finanzielle Unterstützung in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Euro für alle Mitarbeiter des Unternehmens zu leisten.

Das Unternehmen stellt klar: Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Leistung und kein Verhandlungsangebot. Diese Unterstützung hat nichts mit den Sozialplanverhandlungen zu tun und stellt im Falle von Insolvenzen eine seltene Ausnahme dar.

Die Gewerkschaft NGG hat nach Angaben von Serafin am Freitag die Sozialplanverhandlungen mit dem Insolvenzverwalter abgebrochen. An diesen Verhandlungen nimmt der Gesellschafter nicht teil. Das ist in einem solchen Verfahren auch nicht vorgesehen. Dort werden Vereinbarungen zwischen Betriebsrat und dem Insolvenzverwalter getroffen. Wenn die Verantwortlichen nicht zu einem Abschluss der Sozialplanverhandlungen kommen, dann wird der Insolvenzrichter eine Entscheidung treffen. Die Blockadehaltung der Gewerkschaft NGG führt also nur dazu, dass die Mitarbeiter erst später Zahlungen erhalten, heißt es aus München.

Genauso wurde durch das Hinauszögern der Verhandlungen billigend in Kauf genommen, dass das ausstehende Weihnachtsgeld sowie der von den Backbetrieben geschuldete Dezember-Lohn nicht mehr in diesem Jahr ausgezahlt werden. Nur durch eine schnelle Lösung in Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter und Serafin konnte dies abgewendet werden.

Die Serafin Unternehmensgruppe steht ständig im persönlichen Austausch mit der Agentur für Arbeit in Augsburg, und die Gespräche bestätigen: Die Beschäftigten erhalten erst Geld von der Agentur für Arbeit, sobald sich diese arbeitslos melden, ansonsten bekommen die Mitarbeiter erst später Arbeitslosengeld. Auch die Vermittlung von neuen Jobs ist erst dann möglich, wenn die Sozialverhandlungen abgeschlossen sind. Aus Sicht des Gesellschafters ist es daher unerklärlich, warum die NGG die Verhandlungen abgebrochen hat und hierfür nicht nachvollziehbare Gründe nennt.

Dieses Verhalten der NGG zeige einmal mehr, dass die dortigen Verantwortlichen nicht im Interesse der Beschäftigten handeln, heißt es in einer Mitteilung für die Medien. Die Gewerkschaft NGG wusste demnach seit einem Jahr von der schwierigen finanziellen Lage der Gersthofer Backbetriebe; sie habe sogar ein eigenes Gutachten erstellen lassen, welches genau zu diesem Schluss kommt. Dennoch seien zu keinem Zeitpunkt konstruktive Verhandlungen möglich gewesen, da die NGG nie an Lösungen für die Mitarbeiter interessiert war. Im Vordergrund stand immer die Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit.

Serafin ist ausschließlich die unternehmerische Aktivität von Philipp Haindl. Der Rest der Familie Haindl hat mit Serafin nichts zu tun und hat somit keinen Einfluss auf Entscheidungen der Unternehmensgruppe. Genauso gibt es keine Verbindung oder irgendeinen Austausch zwischen Serafin und den Haindl’schen Stiftungshäusern, welche durch eine Kundgebung der NGG in Mithaftung genommen wurden.

Der Gesellschafter bedauert die Entwicklung bei den Gersthofer Backbetriebe sehr. Die Geschäftsleitung hat alle möglichen Maßnahmen umgesetzt, konnte sich jedoch dem negativen Trend in der Branche nicht widersetzen. Als letzte Konsequenz musste der Geschäftsbetrieb leider stillgelegt werden.
 


Soforthilfe: Serafin überweist 1,5 Million Euro

München. (18.12. / srf) Die Serafin Unternehmensgruppe, Gesellschafter der Gersthofer Backbetriebe GmbH, hat kurzfristig Mittel in Höhe von 1,5 Million Euro auf ein Treuhandkonto gezahlt. Hierbei stehen rund 0,5 Millionen Euro für den geschuldeten Dezember-Lohn sowie das offene Weihnachtsgeld zur Verfügung.

Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, so schnell wie möglich die geschuldeten Dezember-Löhne sowie das ausstehende Weihnachtsgeld für die Beschäftigten der Gersthofer Backbetriebe GmbH auszuzahlen. Geplant ist die Überweisung noch vor dem eigentlichen Zeitpunkt, zu dem die Dezember-Löhne normalerweise gezahlt werden würden. Das Weihnachtsgeld soll ebenfalls noch in diesem Jahr an die Beschäftigten gezahlt werden, heißt es in einer Mitteilung.

Der restliche Betrag von rund einer Million Euro steht für weitere Zahlungen an die Arbeitnehmer zur Verfügung. Die Verteilung wird in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit und dem Betriebsrat festgelegt. Das Geld wird vom Treuhänder ausgezahlt, sobald die Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter und Betriebsrat hinsichtlich eines Sozialplans abgeschlossen sind.

Diese freiwillige finanzielle Unterstützung erhalten die Beschäftigten der Gersthofer Backbetriebe zur sozialen Abfederung infolge der Betriebsstilllegung der Bäckerei.

Das Unternehmen appelliert an die Gewerkschaft NGG, die Sozialplanverhandlungen mit dem Insolvenzverwalter nicht mehr zu blockieren. Ein Hinauszögern ist nicht zum Vorteil der Mitarbeiter. Im Gegenteil: Die Beschäftigten erhalten erst Geld von der Agentur für Arbeit, sobald sich diese arbeitslos melden, ansonsten bekommen die Mitarbeiter erst später Arbeitslosengeld. Nach Informationen von Serafin gebe es zudem schon Anfragen von anderen Bäckereien respektive Unternehmen, die Personal suchen. So lange die Kündigungen nicht ausgesprochen und die Mitarbeiter nicht arbeitslos gemeldet sind, kann eine Vermittlung durch die Agentur für Arbeit nicht durchgeführt werden.

Dass die Gewerkschaft sich durch Aktionen wie eine Kundgebung profilieren will und mit einem anderen und völlig unabhängigen Sachverhalt vermischt, kann der Gesellschafter nicht nachvollziehen. Der Zuspruch für die Aktionen der NGG scheint auf Seiten der Mitarbeiter zudem begrenzt zu sein. An der Aktion von dieser Woche in München waren maximal 80 bis 100 Leute beteiligt, von denen nach Angaben von Serafin viele keine Mitarbeiter der Backbetriebe waren/sind.

Die Serafin Zentrale ist derzeit nur mit einem Teil der Geschäftsleitung besetzt. Es sei beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen gegenüber der Geschäftsleitung der Gersthofer Backbetriebe. Den zu schützenden Kolleginnen und Kollegen sei daher die Möglichkeit gegeben worden, von zu Hause aus zu arbeiten.

Philipp Haindl, Gründer von Serafin, erklärt: «Wir können die Enttäuschung und den Frust aller Mitarbeiter nachvollziehen. Niemand möchte seinen Arbeitsplatz verlieren. Wir bedauern die Entwicklung bei den Gersthofer Backbetrieben sehr. Doch die Verluste, die das Unternehmen zuletzt hinnehmen musste, waren leider zu hoch. Ein Unternehmen muss so viel Geld erwirtschaften, um die Löhne der Mitarbeiter bezahlen zu können. Das war leider nicht möglich, da die Umsätze zu stark einbrachen. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und haben daher entschieden, die Mitarbeiter finanziell zu unterstützen.»