Dienstag, 4. Oktober 2022
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Stöhr-Brot: blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

Westerstede. (baz) Auch wenn die Ammerländer Großbäckerei GmbH+Co.KG Stöhr Brot von außen selten so wahrgenommen wird, ist sie nach eigenem Verständnis doch ein Familienbetrieb, in dem der Chef (Jahrgang 1936) noch jeden Tag selbst an den Backofen geht und die Brot- und Kuchenqualität kontrolliert. Die meisten Produkte werden genauso wie im Bäckerhandwerk hergestellt – nur eben in anderen Maßstäben.

Mit Martin Stöhr, Angelika Bartels-Stöhr und Harm Bartels an der Spitze, beliefert das 1947 gegründete Unternehmen überwiegend Discount-Märkte mit selbst produziertem Brot und Kuchen im Weser-Ems-Gebiet, Elbe-Weser-Raum und im nördlichen Nordrhein-Westfalen. Als mittelständisches Traditionsunternehmen besteht die Gesellschaft gegen die am Markt befindlichen Großunternehmen vor allem mit hoher Qualität und unbedingter Termintreue in der täglichen Anlieferung. Die Produkte des Unternehmens werden regelmäßig ob ihrer hervorragenden Qualität ausgezeichnet.

Die Erzeugnisse werden in eigenen Werken hergestellt, Brot wird teils von der Schwestergesellschaft Stöhr Brot GmbH+Co.KG Dinklage in Dinklage erworben, Kuchen wird seit mehreren Jahren selbst hergestellt sowie von fremden Produzenten zugekauft. Die Umstellung zur Eigenproduktion hat zu einer Erhöhung des Kuchenabsatzes geführt. Dies führt das Unternehmen auf die hohe Qualität der eigenen Produkte zurück.

Die Gesellschaft ist ein typisches unternehmergeführtes, mittelständisches Unternehmen. Wesentliche Entscheidungen in der Verwaltung des Unternehmens werden durch die Geschäftsführung in Absprache mit den leitenden Angestellten getroffen. Die Geschäftsführung steht den Angestellten bei der täglichen Verwaltungsarbeit beratend und führend zur Seite. Die fachspezifisch ausgebildete Geschäftsführung wird bei der Leitung der Produktionsabteilungen durch Abteilungsleiter unterstützt.

Die Gesellschaft ist Hauptlieferant einer Discount-Supermarktkette im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland. Sie garantiert ihren Abnehmern hohe Qualität und pünktliche tägliche Anlieferung. Die Produktionsabläufe genügen höchsten hygienischen Ansprüchen in der Lebensmittelproduktion. Die Mitarbeiter sind für die von der Geschäftsführung ausgegebenen Ziele hinsichtlich Qualität, Termintreue und Hygiene sensibilisiert. Die Gesellschaft verfügt über einen festen, motivierten Mitarbeiterstamm.

Rahmenbedingungen 2015

Stöhr Brot gehört zu den positiven Beispielen, die über den Bundesanzeiger nicht irgendeine Pflichtmitteilung mit Zahlensalat abgeben, sondern sich verständlich erklären können. Das ist ein Segen für Journalisten und macht Jahresabschlüsse für jeden geneigten Leser interessant. Wobei 2015 für die Ammerländer Großbäckerei mit ihren insgesamt 139 Mitarbeitenden nicht unbedingt spektakulär verlaufen ist. Abgesehen davon, dass wahrscheinlich wieder irgendwo gebaut, angebaut oder neu gegründet wurde.

Die tiefgreifenden Strukturveränderungen im Backgewerbe sind bekannt. Darauf wollen wir hier nicht weiter eingehen. Nicht nur die «Kleinen», sondern auch die «Großen» müssen sehen, wo sie bleiben.

Geschäftsverlauf

Allgemeines: Trotz der teilweise widrigen Rahmenbedingungen kann insgesamt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückgeblickt werden. Die Gesellschaft konnte ihre Marktposition weiter festigen und ausbauen. Die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung im Geschäftsjahr 2015 sind im Wesentlichen eingetroffen und teilweise übertroffen worden.

Umsatzentwicklung: Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Rohertrag ist dabei gegenüber dem Vorjahr um 26,2 Prozent angestiegen. Der Trend der Veränderung des Käuferverhaltens wirkt sich weiterhin auf unsere Umsatzstruktur und Rohertragsstruktur aus. Während Artikel in Niedrigpreissegmenten Zuwächse erzielen, gehen die Absatzzahlen für höherpreisige Produkte zurück.

Beschaffungsmarkt: Die Gesellschaft benötigt für ihre qualitativ hochwertigen Produkte Roh- und Hilfsstoffe von entsprechender Güte. Daher planen wir auch mit hohen Einstandspreisen in diesem Bereich. Durch Abschluss von Bezugsverträgen (Laufzeit bis zu einem halbes Jahr) versuchen wir konstante Kalkulationsgrundlagen zu schaffen.

Personal- und Sozialbereich: Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl lag 2015 mit 139 Mitarbeitern unter dem Vorjahresniveau (ohne Auszubildende). Ursächlich hierfür ist die Ausgliederung von Teilen der Belegschaft auf ein in 2014 gegründetes Tochterunternehmen.

Wichtige Vorgänge im Berichtsjahr

Die Gesellschaft hat in 2015 den Geschäftsbereich «Fuhrpark/Tranport», der die Verladung der eigenen Produkte der Gesellschaft auf die LKW und die Beförderung zu den Kunden zur Aufgabe hat, auf ein in 2014 gegründetes Tochterunternehmen übertragen. Die Logistikleistungen werden nunmehr von diesem Tochterunternehmen erbracht.

Über weitere wichtige Vorgänge des Berichtsjahres mit wesentlichen Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf ist nicht zu berichten, heißt es im Bericht 2015. Vielleicht wäre da noch die Erweiterung der Glutenfrei-Produktion zu erwähnen, die die Gruppe 2013 angestoßen hatte.

Lage der Gesellschaft

Der Anstieg des langfristigen Vermögens ist auf Investitionen in das Sach- und Finanzanlagevermögen zurückzuführen. Der Zuwachs des kurz- bis mittelfristig gebundenen Vermögens ist insbesondere auf eine umsatzbedingte Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen.

Dem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stehen ein stichtagsbezogener Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie eine Reduzierung der liquiden Mittel gegenüber.

Die Gesellschaft hat in 2015 im Bereich der Produktion notwendige Ersatzinvestitionen sowie erforderliche Zusatzinvestitionen vorgenommen. Die Investitionen belaufen sich auf 959 Tausend Euro.

Ertragslage

Die folgende Aufstellung zeigt die Ertragslage der Gesellschaft im Vorjahresvergleich:

Ergebnisse in Tausend Euro 2015 2014 Veränderung
Rohertrag 14.189 11.248 2.941
Betriebsergebnis 42 256 -214
Beteiligungsergebnis 245 0 245
Finanzergebnis -50 -49 -1
Ergebnis aus normaler Geschäftstätigkeit 237 207 30
Jahresüberschuss 117 105 12
Cashflow 751 718 33

Der Rohertrag ist gegenüber dem Vorjahr um 2.941 Tausend Euro angestiegen, was unter Berücksichtigung von Kostensteigerungen zu einem gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegenem Jahresüberschuss geführt hat.
Das Finanzergebnis beinhaltet im Wesentlichen die Verzinsung der Gesellschafterdarlehen.

Leistungsindikatoren

Ergebnisse in Tausend Euro 2015 2014
Ebit 292 239
Ebitda 926 852
Working capital (ohne Gesellschafterdarlehen) 1.247 2.030

Die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft zeigt sich nicht nur in wirtschaftlichen Kennziffern, sondern insbesondere durch hohe Qualität und pünktliche tägliche Anlieferungen. Dies garantiert eine hohe Kundenzufriedenheit.

Prognosen, Chancen und Risiken

Es besteht ein gewisses Risiko in der Ausrichtung der Geschäftstätigkeit auf die Belieferung eines Großkunden. Gestützt auf die Tatsache, dass die Westersteder Gruppe in der Vergangenheit aufgrund von Qualität und absoluter Termintreue in weiteren Filialen des Kunden als Lieferant gelistet wurden, sieht Stöhr Brot dieses Vorgehen als entgegengebrachte Wertschätzung und vertrauensvolle Zusammenarbeit für die Zukunft. Damit kehrt sich dieses Risiko gleichsam in eine Chance um, aus dieser in der Vergangenheit erfolgreichen Zusammenarbeit künftig die Stellung des Unternehmens im Markt zu festigen. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, waren zum Jahreswechsel 2015/2016 nicht erkennbar.

Die Gesellschaft konnte in den letzten Jahren ein hohes Umsatz- und Ertragsniveau realisieren. Es hat sich gezeigt, dass der Verkauf der eigenen statt der zugekauften Produkte zu einer größeren Kundenzufriedenheit geführt hat. Mehrfach ist die Gesellschaft wegen der sehr guten Qualität nach dem «International Food Standard» ausgezeichnet worden. Die Gesellschaft verfolgt daher konkrete Ziele zur Erweiterung der Produktpalette in den Sparten Kuchen und Feingebäck. Daneben wird ständig die Brotproduktion verbessert und erweitert.

Aufgrund der angeführten Annahmen geht die Gruppe davon aus, dass die erfolgten Maßnahmen im Zusammenhang mit der gelebten Unternehmensstrategie mittelfristig steigende Jahresergebnisse erbringen werden. Die Gesellschaft wird weiterhin durch Erfahrung, Innovationen, Zuverlässigkeit und durch ein hohes Maß an Qualität am Markt agieren. Im Jahr 2016 wird sie ihre Wachstumsoffensive fortsetzen und die Effizienz ihrer Prozesse weiter verbessern (Stand: Jahreswechsel 2015/2016). Vor diesem Hintergrund werden weiterhin gute Umsätze erwartet. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass sich Umsatzerlöse, Rohertrag und Ergebnis für 2016 gegenüber 2015 nicht wesentlich verändern.

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