Samstag, 31. Oktober 2020
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Strukturwandel: Es gibt wieder mehr Brauereien

Berlin. (dbb) Die Zahl der Braustätten in Deutschland nimmt seit zwanzig Jahren kontinuierlich zu. Waren es 1993 noch 1.319 betriebene Braustätten, zählte der Deutsche Brauer-Bund (DBB) im letzten Jahr 1.349 Betriebe. Allein in den letzten fünf Jahren stieg die Zahl von 1.331 (2009) um 18 auf 1349 Betriebe. Noch deutlicher ist die Zunahme der Bierlager, deren Zahl von 184 im Jahr 2009 auf 282 im Jahr 2013 stieg. Die Bundesländer mit der stärksten Steigerung der Braustätten in 2013 waren Berlin und Brandenburg (plus 17,1 Prozent). Einer der Gründe hierfür ist die wachsende Craftbeer-Szene in der Hauptstadtregion. In den letzten fünf Jahren nahm die Zahl von 41 auf 48, das heißt um sieben Braustätten zu. Diese Entwicklung weist für einen deutlichen Strukturwandel hin, schreibt der DBB. So ist seit der Wende deutschlandweit die Zahl der Braustätten mit einem Ausstoß von bis zu 5.000 Hektolitern deutlich von 494 (1990) um 430 auf 924 (2013) gestiegen. Rund 70 Prozent aller deutschen Braustätten sind heute dieser Größenklasse zuzuordnen. Es gibt also noch Hoffnung für die Branche, die nach vielen Fusionen und Ausverkäufen lange Zeit vor allem durch faden Einheitsgeschmack auffiel und Marktanteile verlor. Die Zahl der mittelgroßen Betriebe – Brauereien von 5.000 bis 500.000 Hektolitern Jahresproduktion – hat hingegen wegen des intensiven Wettbewerbs deutlich abgenommen. Zwischen individueller Craftbeer-Szene und einer Brauindustrie, die auf Massenware setzt, fällt es ihnen am schwersten, sich nachhaltig zu positionieren.