Samstag, 18. September 2021
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Studie: Mit Trans-Fetten schneller in die Depression?

Madrid / ES. (po) Verbraucher, die Trans-Fette in größerer Menge verkonsumieren, werden häufiger depressiv. Das berichten spanische Wissenschaftler im Fachmagazin «PLoS ONE» unter dem Titel «Dietary Fat Intake and the Risk of Depression». Grundlage für das Forschungsprojekt und die daraus abgeleiteten Ergebnisse ist eine prospektive Kohortenstudie (?) von 1999 bis 2010. Für die Studie wurden insgesamt 12.059 spanische Hochschulabsolventen erfasst, die zunächst frei von Depression waren. Sie mussten bei ihrem Einstieg in die Studie sogar einen 136 Fragen umfassenden Katalog abarbeiten, um ihren Status zur Fettaufnahme zu klären. Die Probanden waren zudem alle «gleich glücklich» bei permanent offener Immatrikulation. Lange Rede, kurzer Sinn: Zu Beginn litt keiner der Probanden an einer Depression, zum Schluss waren es 657 (5,44 Prozent). Bei Teilnehmern mit einem hohen Verbrauch an Trans-Fetten war das Erkrankungsrisiko bis zu 48 Prozent höher als bei jenen, die wenig Trans-Fette verkonsumierten, sagen die Spanier. Je mehr Trans-Fette gegessen wurden, desto größer war der schädliche Effekt. Probanden, die hingegen mehrfach ungesättigte Fettsäuren bevorzugten, erkrankten deutlich seltener an Depressionen.

Kommentar: Depressionen fördern Trans-Fett-Konsum

Wo der Mensch die Möglichkeit hat, Trans-Fette zu umgehen, sollte er es tun. Zumal diese das Herz-Kreislauf-System angreifen können. Was die spanische Studie angeht, quillt das Internet gerade über mit Schlagzeilen, frei nach dem Motto «Industriefette lösen Depressionen aus». Ist das sicher? Die Schlagzeilen könnten nämlich ebenso gut lauten: «Depressionen fördern Trans-Fett-Konsum». Denn nicht selten ist es so, dass gerade Menschen zu Schokolade und Kuchen greifen, die im klinischen Sinn als «depressiv» gelten – meint Ihre b:eu Redaktion.