Mittwoch, 7. Dezember 2022
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Sturm im Wasserglas: Was kostet ein Brötchen?

Berlin. (wib) Sagen wir mal so: Mangelndes Engagement kann man dem organisierten Bäckerhandwerk nicht vorwerfen. Ob das Engagement immer mit den «richtigen» Themen besetzt ist, lassen wir beiseite. Dass auch gezielte Schüsse manchmal nach hinten losgehen können, weiß der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) aus Erfahrung. «Diesmal» wollten wir eigentlich darüber hinwegsehen. Nachdem das jüngste Feuerwerk des Zentralverbands ein so beachtliches Blätterrauschen verursacht hat, kommen wir um eine knappe Meldung jedoch nicht herum – die da lautet: Die Europäische Kommission weist ZV-Vorwürfe zurück, nach denen Brötchen und Kuchen bald nur noch nach Gewicht verkauft werden dürfen. «Auch künftig werden Backbetriebe ihre Brötchen zum Stückpreis verkaufen können», heißt es aus der EU-Kommission. «Die Kommission hat nicht die Absicht, dies zu ändern». Der ZV warf der Kommission vor, Bäckern mit der Lebensmittelinformations-VO vorschreiben zu wollen, Brötchen und ähnliches Gebäck künftig nur noch nach Gewicht zu verkaufen. «Ein solches Verfahren mag in Einzelfällen in anderen EU-Mitgliedsstaaten üblich sein, aber es entspricht in keinem Fall der deutschen Verkaufstradition (…) und wird auch von keinem Verbraucher (…) erwartet», schrieb der ZV in einem Protestbrief an Bundesministerin Ilse Aigner (BMELV). Die EU-Kommission betont, dass der VO-Entwurf nur auf verpackte Lebensmittel ziele, die für den Handel in der EU bestimmt seien. Dies sei für in Deutschland lokal agierende Betriebe definitiv nicht gegeben. Auch lege der Entwurf fest, dass die Mitgliedsstaaten für nicht verpackte Produkte, die nicht für den Handel bestimmt seien, eigene Regeln festlegen können.
P.S.: Besonders von der FAZ hätten wir uns bei der Recherche zu diesem Thema mehr Sorgfalt gewünscht

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