Freitag, 30. Oktober 2020
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Südback: entwickelt sich positiv gegen den Trend

Stuttgart. (mstgt / eb) Mit dem Verkünden von Rekorden ist das so eine Sache. Sicher ist es richtig, dass wir alle zusammen eher dazu neigen, unser Kurzzeitgedächtnis zu füttern als dass wir unserem Langzeitgedächtnis vertrauen. Andererseits gibt es spätestens seit 2001 ein nach Schlagworten durchsuchbares WebBaecker Archiv im Internet, das – seit eh und je frei zugänglich – Rechercheuren auf die Sprünge hilft. Das nutzt der WebBaecker natürlich auch selbst.

Nicht, dass wir an dieser Stelle die gute Stimmung verderben wollen, welche die Südback 2011 – zweifellos – auf Fachbesucher und Aussteller gleichermaßen übertragen hat. Im Ergebnis steht denn auch eine hohe Zufriedenheit. Wer während des Messeverlaufs mit Ausstellern ins Gespräch kam oder einfach nur mit dem Besucherstrom mitfloss, der konnte eine Gelassenheit spüren, die sich wohltuend von den teils akademisch anmutenden Krisenszenarien abhob, denen wir dieser Tage auf Schritt und Tritt begegnen.

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«Rekord: Mehr als 32.000 Besucher auf der Südback 2011» steht voller Begeisterung über dem vorläufigen Schlussbericht der Landesmesse Stuttgart. So freundlich, offen, investitionsbereit und der Zukunft zugewandt sich das Messeklima ohne Zweifel zeigte, bedarf es dazu keiner Übertreibung. Pieselige Rechercheure, wie der WebBaecker manchmal einer ist, sehen dann nämlich gleich mal nach, ob das denn auch wirklich stimmt – in ihrem WebBaecker Archiv.

Zugegeben, wir haben uns nur die vorläufigen Zahlen gemerkt. Doch auch so können wir mit ungefähren Angaben folgende Tendenzen nachweisen:

  • Südback 1999: 37’000 Besuche(r);
  • Südback 2001: 32’000 Besuche(r);
  • Südback 2002: 30’000 Besuche(r);
  • Südback 2004: 27’500 Besuche(r);
  • Südback 2005 zum letzten Mal am Killesberg: 28’000 Besuche(r);
  • Südback 2007 erstmals in Leinfelden-Echterdingen: 28’000 Besuche(r);
  • Südback 2008: 30’000 Besuche(r);
  • Südback 2010: 30’000 Besuche(r);
  • Südback 2011: 32’000 Besuche(r).

    Langzeitbetrachtung: Die Messe hat den Turnaround geschafft

    Die Langzeitbetrachtung, die Leser/innen unter den angegebenen Adressen zu den Stichworten «Anzahl Aussteller» oder «xx vertretene Nationen» jederzeit wiederholen können, zeigt uns eine andere Perspektive:

    • Die Landesmesse Stuttgart und mit ihr die Südback waren am Killesberg an ihre Grenzen gestoßen. Die Fachmesse drohte ob des «Kleinkleins» kontinuierlich an Attraktivität zu verlieren. Mit dem Bau der «Neuen Messe» vis-a-vis zum Flughafen in Leinfelden-Echterdingen hat die Messegesellschaft die Kurve gekriegt – und mit ihr die Südback.
    • Dies ist umso erfreulicher, je mehr wir uns in Erinnerung rufen, welchen Wandel die backenden Branchen im zurückliegenden Jahrzehnt absolviert haben. Verbunden mit einem unerbittlichen Prozess der Auslese, der sich zwar abgeschwächt hat, doch immer noch im Gang ist.

    Unter diesem Eindruck brauchen wir den «Rekord» also nicht, sondern freuen uns mit den Veranstaltern schlicht über die 32’000 Besucheee oder tatsächlich Besucherrr, die die Südback 2011 zu einer interessanten und sicher auch dynamischen Veranstaltung gemacht haben. 521 Aussteller aus 14 Ländern präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen einem Messepublikum, das sich zu über 50 Prozent aus allen Landesteilen Baden-Württembergs rekrutierte, gefolgt von Fachbesuchern aus Bayern (21 Prozent), Rheinland-Pfalz (sechs Prozent) und Hessen (fünf Prozent). Auch aus dem angrenzenden Ausland wie der Schweiz, aus Österreich, Italien und Frankreich sowie verstärkt aus Osteuropa informierten sich Fachbesucher an den Messeständen über Produktneuheiten und Ernährungstrends. Insgesamt lag der Auslandsanteil mit acht Prozent leicht über dem Niveau von 2010, heißt es aus Stuttgart.

    Besucherqualität und Einzugsgebiet bestätigen: Die Positionierung ist klar

    In Sachen Besucherqualität steht die Südback gut da. 80 Prozent (2010: 79 Prozent) der Besucher gaben an, an Entscheidungen zu Einkauf und Beschaffung beteiligt zu sein, 29 Prozent davon sogar ausschlaggebend. Der überwiegende Teil der Besucher (80 Prozent) stammt traditionell aus dem Handwerk. Ein Plus gab es mit Blick auf die Besucher aus der Brot- und Backwaren-Industrie. Hier stieg der Besucheranteil um zwei auf neun Prozent. Mehr als zwei Drittel der befragten Besucher (71 Prozent) kamen mit Investitions- und/oder Kaufabsichten. 52 Prozent davon (2010: 49 Prozent) wollen bereits innerhalb der kommenden sechs Monate investieren, wobei der Anteil an Anschaffungen von mehr als 100.000 Euro mit 20 Prozent deutlich zugenommen hat (2010: 16 Prozent). Für die Aussteller zeichnet sich somit ein gutes Nachmessegeschäft ab.

    Alles in allem bestätige dies, dass die Südback zu den wichtigsten Veranstaltungen der Handwerksbranche gehört, freut sich Ulrich Kromer als Geschäftsführer der Landesmesse Stuttgart. Auch für Holger Knieling, dem Geschäftsführenden Vorstand der Bäko-Zentrale Süddeutschland, hat die Südback ein «absolutes Top-Niveau erreicht». Die Stuttgarter Fachmesse sei heute die wichtigste Veranstaltung für die handwerklich produzierende Branche. Die Südback habe ihre regionalen Grenzen überschritten und die Positionierung sei klar: «Sie ist die handwerkliche Messe für die Bäcker- und Konditorenbranche in Deutschland».

    Auffällig sei, dass sich trotz der abnehmenden Zahl der Betriebe in Süddeutschland die Besucherzahl erhöht habe. Darauf wies Andreas Kofler hin, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands für das Württembergische Bäckerhandwerk: «Eine positive Entwicklung gegen den Trend. Wir freuen uns schon jetzt auf die Südback 2013». Vom 19. bis 22. Oktober vis-a-vis zum Flughafen Stuttgart.

    Achja. So ganz vermasselt haben wir der Messegesellschaft die Sache mit den Südback-Rekorden natürlich nicht. Wenn Sie so wollen, gibt es sogar zwei davon:

  • Die Messe verzeichnete 2011 erstmals am neuen Standort mehr als 32’000 Besucher.
  • Sie zählte 521 Aussteller und hat damit erstmals die 500er Marke überschritten.