Donnerstag, 18. August 2022
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Sweets Global Network mit Umsatzentwicklung zufrieden

München. (sgn) Wie ist die bisherige süße Herbstsaison abgelaufen und wie gestaltet sich der derzeitige Status im vorweihnachtlichen Geschäft mit Süßwaren, das für die deutsche Süßwarenwirtschaft von zentraler Bedeutung ist? Hans Strohmaier, Vorstandsvorsitzender des internationalen Süßwarenhandelsverbands Sweets Global Network, kommt zu einer positiven Einschätzung der aktuellen Gesamtlage, schränkt aber auch ein: «Noch lässt sich natürlich kein abschließendes Fazit ziehen. Dank der kühlen Wetterbedingungen in den letzten Monate, hat sich der Abverkauf etwa für klassische Herbst- und Weihnachtsgebäcke gut bzw. sehr gut entwickelt. Dies gilt auch für das Segment Schokolade, also für Hohlfiguren und Adventskalender sowie weitere süße Saisonprodukte. Wir erwarten Verkaufszahlen etwa auf dem Niveau des Vorjahres oder leicht darüber.»

Trotz dieses erfreulichen Trends müsse man aber deutlich differenzieren. Je nach Unternehmensaufstellung, Sortimentsausrichtung und Vertriebsschwerpunkten habe man es mit einem gespaltenen Gesamtbild und gegenläufigen Tendenzen zu tun. Auf der einen Seite gönnen sich die Verbraucher in `bitteren Zeiten` gerne etwas Süßes, weiterhin gibt es den `Homing Trend` und die Sehnsucht nach Heimeligkeit, die die Süßwarenverkäufe ankurbeln würden. Durch die aktuell verschärften Corona-Maßnahmen leiden aber wieder Teile der Branche erheblich. Sinkende Besucherfrequenzen in den Innenstädten, der Ausfall von Weihnachtsmärkten und der damit verbundene Rückgang im Weihnachtstourismus, die Absage von Nikolausbesuchen und Weihnachtsfeier, anhaltende Probleme im Traveller-Markt und im Export – all dies wirke sich negativ aus.

Keine Engpässe im süßen Weihnachtsgeschäft 2021

Die süße Saison 2021 steht vor allem unter der großen Herausforderung der Warenverfügbarkeit aufgrund der globalen Krise der Lieferketten. Gerade Verpackungsmaterialien, aber zum Teil auch Rohstoffe waren und sind nicht lieferbar und zudem wesentlich verteuert. Höhere Kosten gibt es weiterhin auch in den Bereichen Logistik, Personal und Energie. Strohmaier zur Gesamtlage: «Wir haben es in dieser Saison mit einer Vielzahl von Problemen zu tun, die in dieser Massivität neu sind. Dank der hohen Flexibilität und Leistungsstärke gab es bisher, gerade was den Beginn und die Mitte der Saison betrifft, keine dramatischen Ausfälle in der Belieferung des Handels. Die Verbraucher*innen müssen also auch in diesem Jahr nicht auf süße Produkte unter dem Weihnachtsbaum verzichten. Und vorerst gilt: Trotz der gestiegenen Kosten blieben die Preise für Süßwaren bisher stabil.»

Weltspitze bei Schokoladenhohlfiguren und Adventskalendern

Für die deutsche Süßwarenwirtschaft stellt die Vorweihnachtszeit die bedeutendste Saison im Laufe des Jahres dar. In den letzten Jahren gaben die Bundesbürger zwischen 610 Millionen und 630 Millionen Euro für süße Saisonprodukte aus. Allein in den Monaten November und Dezember tätigen die deutschen Süßwarenhersteller mehr als 20 Prozent ihrer Jahresumsätze, die insgesamt bei etwa 15 Mrd. Euro liegen. Den ersten Platz im saisonalen Produktranking belegen Hohlfiguren aus Schokolade, allen voran der Schokoladen-Nikolaus. Rund 10.000 Tonnen Schokofiguren werden durchschnittlich in der Saison verkauft worden. Über 100 Millionen Figuren werden in dieser Saison in Deutschland verkauft (Quelle: BDSI). Insgesamt produzieren die deutschen Hersteller fast 160 Millionen Hohlfiguren.

Ein weiteres bedeutendes Spektrum der deutschen Süßwarenhersteller stellt das Segment Adventskalender dar. Die deutschen Anbieter sind mit einer Produktionsmenge von über 80 Millionen süßen Adventskalendern Weltspitze; davon gehen etwa 30 Millionen Exemplare in den Export. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts IRI werden in Deutschland über 250 verschiedene süße Adventskalender verkauft. Die Anzahl an «Erwachsenenkalendern» ist dabei deutlich höher als die Kindervarianten. Der Geschenkstatus bei Adventskalendern hat in den letzten Jahren stark zugenommen.