Dienstag, 27. September 2022
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Thilmann Brot: strebt Sanierung über Insolvenzverfahren an

Koblenz. (ra) Die Bäckereikette Thilmann Brot GmbH mit Sitz in Wolken im Landkreis Mayen-Koblenz hat am 13. September aufgrund Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Koblenz einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht hat Rechtsanwalt Jens Lieser von Lieser Rechtsanwälte aus Koblenz zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Neben der Produktionsstätte in Wolken betreibt das in dritter Generation geführte Familienunternehmen 20 Fachgeschäfte in Koblenz und Umgebung. Darüber hinaus bedient Thilmann Brot mit hierfür speziell ausgerüsteten Fahrzeugen fünf Wochenmärkte und vier Verkaufstouren.

Fortführung und Erhalt der Arbeitsplätze

Die Löhne und Gehälter der insgesamt 93 Mitarbeitenden sind bis Ende November 2022 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Die Vorfinanzierung des Insolvenzgelds wurde bei der Behörde bereits beantragt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Jens Lieser informierte die Beschäftigten kurzfristig in einer Betriebsversammlung über die Insolvenz und die weiteren Schritte. Oberstes Ziel sei die Fortführung des Unternehmens und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. Der Geschäftsbetrieb in der Produktion in Wolken läuft uneingeschränkt weiter. Auch der Verkauf in allen Filialen geht weiter. Zudem ist die Belieferung der eigenen Verkaufsstellen mit tagesfrischen Backwaren gesichert.

Gründe für die Insolvenz

Die Bäckereikette Thilmann Brot ist unverschuldet in die Krise geraten. Erhebliche Preissteigerungen bei den Rohstoffen und Personal in den letzten Jahren sowie die Corona-Pandemie hatten dem Bäckereibetrieb bereits Probleme bereitet. Als nun seit dem Ukraine-Krieg die Energiepreise für den Betrieb der Backöfen immens gestiegen sind und weiter steigen, hat Thilmann Brot nur noch Verluste erwirtschaftet. Die gestiegenen Energiekosten sowie die weiteren Steigerungen bei den Rohstoffen konnte das Familienunternehmen nicht an die Kunden weiter berechnen, da in einem vom harten Wettbewerb geprägten Brotmarkt Kunden zum preisgünstigeren Anbieter wechseln. Zahlreiche Verbraucher achten bei den steigenden Lebenshaltungskosten und der Inflation zunehmend auf ihre Ausgaben.

Insolvenz als Chance für Neustart

«Das gesamte Backhandwerk befindet sich in einer schwierigen Situation, aber ganz besonders hart trifft es die kleineren und mittelgroßen Bäckereibetriebe wie Thilmann Brot. Dennoch sehe ich durchaus Chancen für das Familienunternehmen, da Broterzeugnisse grundsätzlich unverzichtbar sind. Eine Sanierung mit den Instrumenten der Insolvenzordnung kann der Beginn für einen Neuanfang sein», sagt der vorläufige Insolvenzverwalter. «Wir werden alles tun, um eine Sanierung zu erreichen», ergänzt Lieser.

Über die Thilmann Brot GmbH

Seit 1937 wirbt die Thilmann Brot mit dem Slogan «Natur – natürlich gebacken». Genauso lange wird Thilmann Brot auch aus reinen Naturprodukten hergestellt. Die Thilmann Brot GmbH ist die Spezialitäten Bäckerei für Brot, Brötchen und Vollkornspezialitäten. Seit über 30 Jahren gehört die Filialbäckerei dem Demeter Verband an und backt täglich sechs Sorten Demeter Brot Spezialitäten. Die Verarbeitung des Korns erfolgt nach den für alle Demeter Erzeugnisse geltenden Grundsätzen der Erhaltung der wertvollen Inhaltstoffe. Das gesamtes Brotsortiment wird mit einem Drei-Stufen-Natursauerteig, ohne jegliche Hilfs- und Fertigmischungen, gebacken. Die Brote enthalten nur Mehl, Vollsauerteig, Meersalz und Hefe – so wie Verbraucher es von früher her kennen. Neben einer großen Brotauswahl bietet Thilmann ein umfangreiches Sortiment an Teilchen, Kuchen und Dauergebäck an (Foto: pixabay.com).

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