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Transparenz: Den Zutaten von Müsli + Co. auf der Spur

Köln. (gs1) Fleisch oder Fisch lückenlos bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, ist heute Alltag für viele Unternehmen. Herausfordernd wird es bei Produkten wie Tiefkühlpizza oder Müsli, die aus mehreren Zutaten bestehen. Die F-Trace GmbH hat ihre gleichnamige Rückverfolgbarkeitslösung jetzt auf die Kategorie der Mischprodukte ausgeweitet. Das Tochterunternehmen von GS1 Germany bietet Herstellern und Händlern damit erstmals die Möglichkeit, auch die Historie von Lebensmitteln zurückzuverfolgen, die aus mehreren, einzeln zu betrachtenden Bestandteilen bestehen. Weitere Themen von GS1 Germany auf der Anuga 2017 in Köln waren der neue Standard GS1 SmartSearch, der Produkte, Unternehmen und deren Standorte in Suchmaschinen besser auffindbar macht und der unsichtbare Code, kurz DWCode für Digital Watermark Code.

F-Trace: Rückverfolgbarkeit vom Rohstoff bis zum Verbraucher

Der Gesetzgeber fordert mehr und mehr Traceability-Daten von Unternehmen. Zeitgleich fragen Verbraucher verstärkt nach der Herkunft von Produkten. Bei Lebensmitteln ist der Wunsch besonders hoch, zeigt eine Studie von Pricewaterhouse Coopers aus dem Jahr 2016. Fast 60 Prozent der Deutschen lesen regelmäßig die Angaben auf einer Produktverpackung. Sind sie mit dem Angebot unzufrieden, etwa weil sie Informationen vermissen, weicht ein Drittel von ihnen auf ein anderes Produkt aus. Mit F-Trace geht keine Information mehr verloren. Grundlage dafür ist eine effiziente und chargengenaue Rückverfolgung vom Rohstoff bis auf den Teller des Verbrauchers. Die Chargengenauigkeit stärkt außerdem das Risikomanagement: Muss ein Produkt zurückgerufen werden, lassen sich die beteiligten Akteure in der Lieferkette schnell identifizieren und die betroffenen Artikel punktgenau aus dem Verkaufsregal entfernen, statt im Zweifel zu viel Ware zurückzurufen. Im Ernstfall ist das ein Kosten- und Imagevorteil. Diesen Sommer hat der erste deutsche Handelskonzern in Zusammenarbeit mit einem Industriepartner den Service für Cerealien eingeführt. Von Getreidesorten in unterschiedlichen Verarbeitungsformen über Zucker bis hin zu Kakao – erfasst werden Informationen über die Herkunft und die Verarbeitung von verschiedenen Bestandteilen.

GS1 SmartSearch: Seitenaufrufe erhöhen, Klickraten steigern

Kaufen oder nicht? Laut der Unternehmensberatung Bain + Company beeinflussen die Informationen aus dem Internet über 70 Prozent aller Kaufentscheidungen. Wem es gelingt, für Suchmaschinen sichtbare, genaue und korrekte Produktinformationen zu seinem Produkt anzubieten, erzielt relevantere Suchergebnisse, mehr Klicks und nicht zuletzt eine niedrigere Retourenquote. Hier setzt der neue Standard GS1 Smart Search an: Im Quelltext von Websites strukturiert er Produktdaten unter Verwendung der Globalen Artikelnummer GTIN so, dass Google, Bing + Co. sie leichter finden und verwerten können. Darüber hinaus lassen sich auf Wunsch weitere, für den Verbraucher sinnvolle Produktmerkmale wie etwa Inhaltsstoffe, Größen, Sicherheitshinweise ergänzen. Als erstes deutsches Unternehmen hat die Kurt Müller GmbH GS1 Smart Search in ihrem Online-Shop getestet. Die Ergebnisse: Die Seitenaufrufe des Web-Shops erhöhten sich um rund sechs Prozent, der Produktkatalog wurde um 13 Prozent öfter aufgerufen, und für den Warenkorb verzeichnete das Unternehmen sogar eine Steigerung der Klickrate um 25 Prozent. Auf der Anuga erläuterte GS1 Germany, wie Unternehmen mit GS1 SmartSearch Produkt- und Standortinformationen so standardisiert und strukturiert in Webseiten integrieren, dass Suchmaschinen und Apps diese Informationen finden und leicht verwerten können.

DWCode: Unsichtbar und rundum einsetzbar

Schnellerer Check-out Prozess im Handel, Effizienzvorteile in der Logistik und ein Verpackungsdesign ohne Platzeinbußen: Möglich macht das der unsichtbare DWCode, den GS1 Germany in Kooperation mit dem Solution Partner Digimarc anbietet. Für das menschliche Auge nicht sichtbar verschlüsselt der Datenträger die im Handel etablierte Globale Artikelnummer GTIN. Als digitales Wasserzeichen kann der DWCode rund um die Produktverpackung aufgebracht werden. So passt der Code und damit die GTIN zum Beispiel rund 200 Mal auf eine Milchverpackung. Das ermöglicht Herstellern, weitere Produktinformationen und Einkaufserlebnisse für den Verbraucher anzubieten, der diesen Code mit seinem Smartphone erkennen kann. Über die Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile des DWCodes informierte GS1 Germany während der weltweit führenden Fachmesse für die internationale Ernährungswirtschaft.