Donnerstag, 1. Dezember 2022
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Umfrage zur Versorgungssicherheit: Tut der Bund zu wenig?

Berlin. (bve) Wo sonst Sonnenblumenöl, Senf und Mehl im Supermarktregal stehen, herrscht inzwischen oft gähnende Leere. Dazu deutlich gestiegene Preise bei vielen Lebensmitteln wie Butter, Milch und Fleisch. Es ist offensichtlich: Die Folgen des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie sind in den Lebensmittelgeschäften angekommen.

Drei Viertel der Deutschen haben in den letzten Wochen beim Einkaufen selbst erlebt, dass ein Produkt nicht mehr verfügbar war. Das belegt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey unter rund 2.500 Personen im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). 42 Prozent der Befragten machen sich darüber hinaus Sorgen um die Versorgungssicherheit in Deutschland angesichts von Preissteigerungen und vergriffener Produkte. Gerade Gruppen mit tendenziell niedrigerem Einkommen machen sich in der aktuellen Situation Sorgen, so zum Beispiel Arbeitslose (51 Prozent), Arbeiter (56 Prozent) und Menschen mit einem Hauptschulabschluss (56 Prozent).

Mit 45 Prozent findet fast die Hälfte der Deutschen, dass die Bundesregierung zu wenig tue, um die zukünftige Lebensmittelversorgung in Deutschland zu sichern. Nur 37 Prozent sind der Meinung, sie mache genug, 18 Prozent sind in dieser Frage unentschieden.

«Man erkennt, dass die Verbraucher überaus sensibel und mit großem Interesse die Handlungsfähigkeit der Politik verfolgen», sagt BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff zu den Ergebnissen. «Wichtig ist jetzt, dass alles vermieden wird, was in dieser Krisensituation zu weiteren, unnötigen Preissteigerungen führt.»

Die deutsche Ernährungsindustrie erlebt aktuell den dramatischsten Anstieg ihrer Produktionskosten seit 70 Jahren. Es gibt kaum einen Bereich, in dem die Kosten nicht steigen. Die größten Treiber sind Rohstoffe, Energie, Verpackung und Logistik. Dazu kommt der Krieg in der Ukraine mit seinen vielen Auswirkungen.

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