Home > Ernährung + Verbraucher > USA: Brot und Gebäck machen Amerikaner dick und krank

USA: Brot und Gebäck machen Amerikaner dick und krank

20190907-DICKE-LEUTE

Bonn. (bzfe) Es ist sicher nicht nur ein Klischee, denn auch im täglichen Leben sind deutlich übergewichtige Amerikaner noch immer auffallend. US-amerikanische Wissenschaftler schlagen nun Alarm, berichtet das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Zu viele Lebensmittel enthielten zu hohe Anteile an Energie, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz – auch und gerade im internationalen Vergleich und vor allem bei verpackten Lebensmitteln. 80 Prozent der Kalorien, die Amerikaner aufnehmen, stammen aus im Supermarkt gekauften Lebensmitteln und Getränken. Diese hoch verarbeiteten Lebensmittel spielten eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie der North Western University of Chicago.

Man braucht nur einmal amerikanisches Eiskrem aus dem Supermarkt zu probieren und schmeckt gleich: sehr viel fettiger und süßer als zum Beispiel Speiseeis nach italienischem Rezept. Was gut schmeckt, muss eben nicht unbedingt gesund sein. Diese alte Weisheit halten die Wissenschaftler nun der Lebensmittelindustrie vor Augen und fordern sie auf, Verantwortung zu übernehmen und Rezepturen zu ändern. «Wir müssen die Produzenten in die Verantwortung nehmen, kontinuierlich zu dokumentieren, was sie gegen diese Entwicklung unternehmen», sagt der leitende Autor der Studie, Abigail Baldridge. Doch auch die Politik sei gefragt, denn die Studie weise deutlich darauf hin, wo politischer Handlungsbedarf bestehe.

71 Prozent der Lebensmittel seien «ultra-processed», also extrem verarbeitet und wenig naturbelassen: Brot, Salatdressing, Snacks, Süßigkeiten und Zuckergetränke zählen dazu – wobei Brot und Backwaren den Spitzenplatz einnahmen, was den Gehalt an Energie, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz angeht. US-Brot enthalte im Schnitt zwölf Prozent mehr Salz als die Krumen in Großbritannien. Dort hätten nationale Strategien dazu geführt, den Salzgehalt zu senken. Verbraucher in den USA können derweil selbst aktiv werden: Mit Hilfe der App «FoodSwitch» gibt zum Beispiel der gescannte Barcode Auskunft über die Inhaltsstoffe und bietet eine Bewertung «gesund/ungesund» auf einer Skala von 0,5 bis 5 an (Foto: pixabay.com).