Samstag, 26. September 2020
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VDB: «Salzdiskussion mit Augenmaß führen»

Düsseldorf. (vdb) Die EU-Kommission plant, den Salzgehalt in Vollkorn- und anderen Broten zu senken. Nicht weil die Salzgehalte zu hoch wären, sondern weil so viel Brot gegessen wird. «Bäcker benötigen aus vielen Gründen Salz bei der Herstellung von Brot», sagt VDB-Präsident Günther Behringer. Die Vereinigung der Backbranche (VDB) ist der Berufsverband des technischen Managements in Bäckereien und Großbäckereien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. «Wenn die Pläne der EU-Kommission Realität werden, wird es nur noch fad schmeckende Brote geben, die auch bäckereitechnische Mängel aufweisen können. Die VDB appelliert daher an die Kommission, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten und alles zu unterlassen, was die anerkannt hohe Brotkultur in den deutschsprachigen Ländern gefährden könnte». Gegenwärtig werden für die Herstellung schmackhafter Brote 1,8 bis 2,4 Prozent Salz benötigt. Die Kommission plant im Rahmen so genannter Nährwertprofile, diesen Gehalt auf rund ein Prozent abzusenken. Brote, die diesen Wert verfehlen, dürfen dann zum Beispiel nicht mehr mit den gesundheitsfördernden Wirkungen von Ballaststoffen beworben werden. «Es wäre ein Treppenwitz der Ernährungspolitik», sagt Behringer, «wenn aufgrund der verfehlten EU-Politik in Zukunft Vollkornbrote nicht mehr beworben werden dürften, hoch verarbeitete Industrieerzeugnisse dagegen weiterhin keinen Werbebeschränkungen unterlägen».