Donnerstag, 1. Dezember 2022
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VDM: gegen Handelsschranken bei Mehl und Gebäck

Bonn. (vdm) Der Export von Weizenmehl und weizenmehlhaltigen Produkten aus der Europäischen Union nach Kanada stößt nach Angaben des Verbands Deutscher Mühlen (VDM) auf Probleme. Demnach verlangen die kanadischen Behörden, dass die Produkte mit einem Mix aus Spurenelementen angereichert werden (Thiamin, Folsäure, Eisen …) und drohen widrigenfalls Vollzugsmaßnahmen an. Der VDM kritisiert die Forderungen. Denn die genannten Stoffe sind in Getreide und Mehl in ausreichender Menge enthalten, besonders bei dunkleren Mehlen und Vollkornmahlerzeugnissen. Es entsteht der Eindruck, dass Importwaren mit dieser Regel stark benachteiligt werden sollen, und zwar nicht nur Mehl. Denn der Anreicherungszwang gilt für alle Lebensmittel, die Mehl enthalten; damit wäre auch der Export von Brot und Backwaren, Süßwaren, Gebäck und andere mehlhaltige Erzeugnisse nach Kanada in der bisherigen Weise nicht mehr möglich, befürchtet der VDM. Die Mehl verarbeitenden und exportierenden Branchen in Deutschland und Europa würden stark benachteiligt. Auch technisch stünden die meisten Mühlenbetriebe mit den kanadischen Forderungen vor großen Problemen und müssten ihren gesamten Produktionsprozess umstellen. Dadurch werden deutsche und viele europäische Mühlen im freien Warenverkehr massiv behindert, was letztlich ein nichttarifäres Handelshemmnis darstellt. Der VDM wird diesen Fall deshalb den für Handelsfragen zuständigen europäischen Stellen zur Kenntnis bringen. Besonders im Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen zu gentechnisch veränderter Leinsaat aus Kanada würde man sich ein Entgegenkommen der kanadischen Seite sehr wünschen.

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