Dienstag, 6. Dezember 2022
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VDM: sieht Ernteerträge fast auf Rekordniveau von 2008

Bonn / Berlin. (vdm) «Die Getreideernte 2009 ist mit 48 bis 50 Millionen Tonnen mengenmäßig gut und reicht an die von 2008 heran», sagte Hans-Christoph Erling, Vorstandsvorsitzender des Verbands Deutscher Mühlen (VDM), in Berlin anlässlich des Ablaufs des Getreide-Wirtschaftsjahres 2008/2009. «Bei Weizen erwarten wir aufgrund der regional variierenden Proteingehalte Preisdifferenzen, bei Roggen hohe Erträge und gute Kornfüllungen». Die Jahresvermahlung der deutschen Mühlen sank innerhalb eines Jahres von 7,8 auf 7,5 Millionen Tonnen. Aus 6,6 Millionen Tonnen Weichweizen und 0,9 Millionen Tonnen Roggen wurden insgesamt 6,2 Millionen Tonnen Mehl hergestellt. Positives Signal: Der Export stieg um gut drei Prozent auf über 540.000 Tonnen Mehl. Und im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen bauen die Mühlen keine Stellen ab.

Für den Umsatzrückgang in der Mühlenbranche von 2,2 auf 1,8 Milliarden Euro innerhalb eines Jahres machen die deutschen Mühlen nicht allein die Wirtschaftskrise, sondern vor allem den Getreidepreis-Boom in 2007/2008 verantwortlich: Anfang 2008 lag der Großhandelspreis für eine Tonne Weizen zeitweise bei über 300 Euro; aktuell mit rund 140 Euro bei weniger als der Hälfte. Die Mehlpreise im Supermarkt blieben trotz des Getreidepreisanstiegs konstant. Der Grund dafür sind langfristige Verträge zwischen den Mühlen und dem Einzelhandel.

Pflanzenschutz: Lebensmittelsicherheit steht auf dem Spiel

Sorge bereitet der Mühlenwirtschaft die neue EU-Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung: «Die Maßstäbe für Getreideprodukte werden immer strenger, aber es stehen immer weniger Mittel zur Verfügung, um Haltbarkeit und Sicherheit der Produkte zu gewährleisten», verdeutlichte Erling die Situation. Ab 2011 werden Wirkstoffe für den Vorrats- und Pflanzenschutz nicht mehr nach ihrem Anwendungs-Risiko, sondern auf den reinen Wirkstoff abgestellt, auch wenn er sich jahrzehntelang in der Praxis bewährt habe. Erling: «Für bis zu 85 Prozent der heutigen Wirkstoffe droht das Aus».

Getreideprodukte ernährungswissenschaftlich unverzichtbar

Jeder Deutsche verzehrte im Getreide-Wirtschaftsjahr 2008/2009 – statistisch gesehen und aus Sicht der Vereinigung Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung (GMF) in Bonn – durchschnittlich 84,2 Kilogramm Brot und Gebäck. Damit sei das Konsumklima gegenüber dem Vorjahr (84,6 Kilo) stabil, sagte Dr. Heiko Zentgraf von der GMF während der gemeinsamen Pressekonferenz von GMF und VDM in Berlin (Quelle).

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