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Verband: Hefeindustrie unter Kostendruck

Bonn. (dvh) Massive Kostenerhöhungen setzen die deutschen Hefehersteller unter Druck. Allein Melasse, der Grundstoff der Hefeherstellung, hat sich gegenüber 2010 um 40 Prozent verteuert. Die Produktion von einem Kilogramm Backhefe erfordert den Einsatz von 1,3 Kilo Melasse. Deren Jahreskontrakte werden bis zum Frühsommer geschlossen. Die voraussichtlich gute Zuckerrübenernte der Kampagne 2011/2012 wirkt sich also auf die jetzt geltenden Preise nicht aus. Aus der Alternte ist nichts mehr verfügbar. Ein Ausweichen auf alternative Rohstoffe ist nicht möglich. Selbst die Preise für außerhalb der Quote verkauften Industriezucker sind mangels Masse so sehr gestiegen, dass der Einsatz wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist. Die freien Mengen werden fast vollständig in der Ethanol-Produktion verarbeitet. Auch die zur Hefeherstellung benötigten Nährstoffe sind um zehn bis 30 Prozent teurer als im Vorjahr. Wichtige Vitamine schlagen mit bis zu plus 180 Prozent zu Buche. Die Preissteigerungen bei weiteren Hilfsstoffen liegen zwischen 30 und 100 Prozent. Hinzu kommen höhere Verpackungskosten (plus 15 bis 25 Prozent) und steigende Energiepreise. So liegt allein die EEG-Abgabe um 30 Prozent höher als im letzten Jahr. Dies wirkt sich auf die energieintensiven Betriebe, wie die Hefeproduktion sie erfordert, besonders gravierend aus. Die aktuellen Kostensteigerungen lassen sich in den längst durchrationalisierten Betrieben der Backhefehersteller in Deutschland nicht mehr auffangen und gehen an die Substanz der Unternehmen – stimmt der Deutsche Verband der Hefeindustrie auf Preiserhöhungen ein.