Mittwoch, 7. Dezember 2022
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Wagner Pizza: könnte auch in Brötchen …

Nonnweiler. (wib) Zum Jahreswechsel 2009/2010 will die Nestle Deutschland AG die Mehrheit bei der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH übernehmen. Stimmt das Kartellamt zu, baut der hiesige Ableger des Schweizer Lebensmittelkonzerns damit seine Beteiligung von bislang 49 auf 74 Prozent aus (siehe WebBaecker 34/2009). «Damit erhöhen wir unsere Vertriebskraft und können im In- und Ausland expandieren», bekräftigte der Geschäftsführende Gesellschafter Gottfried Hares die Absichten jetzt noch einmal gegenüber der «Welt». Bislang sind die Gewichte auf dem bundesdeutschen Pizza-Markt klar verteilt: Rund ein Drittel sind No-Name-Produkte, ein Drittel kommt von Dr. Oetker und ein Drittel von Wagner. Geht es nach Hares, könnten sich die Gewichte zu Gunsten der Saarländer gerne verschieben – das Familienunternehmen greift mit seinem strategischen Partner im Rücken nach der Vorherrschaft auf dem milliardenschweren Pizza-Markt. Auch über neue Geschäftsfelder denken die Pizzabäcker nach. «Wir prüfen derzeit, was zur Marke Wagner passen würde», sagt Hares. Vor allem denkt er dabei an Backwaren. Denn zum einen gehören die zu den am schnellsten wachsenden Produktgruppen im Tiefkühlregal. Zum anderen ist Wagner aus einem Bäckereibetrieb hervorgegangen: Gründer Ernst Wagner war Bäcker. Auch heute noch arbeiten etliche Bäcker im Unternehmen; zum Beispiel in der Produktentwicklung. Die mögliche Expansion in neue Segmente will Gottfried Hares behutsam angehen. Vorstellbar sei organisches Wachstum mit eigenen Entwicklungen. Auch Zukäufe schließt der Geschäftsführer nicht aus, sofern ein Aspirant «passt». Mit Nestle im Rücken soll Wagner vor allem im margenstarken Exportgeschäft zulegen. Bislang verkaufen die Saarländer ihre Produkte in 20 europäische Länder; zuletzt ging es nach Russland, Norwegen und Tschechien. «Nun denken wir auch über Exportziele wie Amerika und Asien nach», sagt Hares. Die Partnerschaft mit Nestle sei dabei enorm hilfreich. Seit der Konzern 2004/2005 bei Wagner einstieg, hat der Pizzabäcker 200 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, 60 Millionen Euro in die Erweiterung und Modernisierung gesteckt und den Umsatz um ein Drittel erhöht. Angesichts der (mageren) Zahlen, die aus 2004/2005 vorliegen, müsste der Umsatz per Annum demnach bei 300 Millionen Euro liegen.

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