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Wichtig: das «Handbuch Betriebliche Pandemieplanung»

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Bremerhaven. (eb) Falls es mal jemandem auffällt: Angesichts des Coronavirus’ SARS-CoV-2 und der daraus resultierenden Lungenkrankheit Covid-19 könnten die Dinge hierzulande viel schlechter laufen als sie es tun. Bei der Eindämmung der Pandemie darf man den beruhigenden Eindruck haben, nach dem die Kompetenzen klar verteilt sind und jeder genau weiß, was zu tun ist. Selbst Pressestellen auf Länderebene sprechen fast mit einer Stimme und beschränken sich fast auf das Nötigste. Im Föderalismus ist das nicht selbstverständlich.

Deutschland ist gut vorbereitet. Die detaillierten Pläne, die spätestens nach der H1N1- Influenza- Pandemie (Schweinegrippe) 2009 noch einmal angepasst und danach fortlaufend aktualisiert und verbessert wurden, greifen. Vieles läuft «wie am Schnürchen». Das Drehbuch auf Bundesebene ist der Nationale Pandemieplan von 2017 überwiegend aus medizinischer Sicht. Das Drehbuch für die Wirtschaft, besonders die Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) – wozu auch die Ernährungsbranche auf allen Stufen der Wertschöpfungskette gehört – ist das Handbuch Betriebliche Pandemieplanung, zweite erweiterte und aktualisierte Auflage 2010 (Format PDF | 2,96 MB | 176 Seiten).

Betriebliche Pandemieplanungen sind nicht nur für Unternehmen und ihre Beschäftigten von existenzieller Bedeutung. Die Aufrechterhaltung öffentlicher Funktionen und essentieller Infrastrukturen liegen auch im gesamtstaatlichen Interesse, wie etwa die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln, die Sicherstellung der Energieversorgung sowie ein funktionsfähiges Transportwesen.

Aus Sicht von Unternehmen stellen sich bei der Erarbeitung betrieblicher Notfallpläne zahlreiche Fragen wie zum Beispiel: Was ist zu tun, wenn ein Drittel oder gar über die Hälfte der Beschäftigten nicht am Arbeitsplatz erscheinen? Welche Empfehlungen zum Arbeits- und Expositionsschutz von Mitarbeitern können gegeben werden? Welche Stellen sind für das Seuchenmanagement vor Ort zuständig? Was geschieht, wenn wichtige Lieferanten ausfallen? Welche Vorgehensmodelle sind mit den zuständigen Behörden abzustimmen?

Mit dem Handbuch Betriebliche Pandemieplanung geben das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart Antworten auf diese und weitere Fragen. Interessierte Unternehmen erhalten bei der Erarbeitung entsprechender Pandemiepläne vielseitige Unterstützung und Anregungen. Das Handbuch dient der Vorbereitung und Bewältigung einer möglichen Influenzapandemie. Ein weiterer Schwerpunkt des Handbuchs liegt darin, die Wiederaufnahme des normalen Arbeitsalltags nach einer Pandemie einzuleiten. Das Handbuch ist geeignet, die Bewältigung der Covid-19- Pandemie sinnvoll zu unterstützen (Foto: pixabay.com).