Dienstag, 20. April 2021
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Wie lässt sich die Bewertung von Nachhaltigkeit standardisieren?

Freiburg / Berlin. (znu) Das ZNU-Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke und das Öko-Institut wollen die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 für Unternehmen, Produkte und Produktpolitik besser messbar machen. Dies schließt die Bewertung des Produktnutzens ein. Zur einfachen Handhabung steht eine komfortable Software zur freien Nutzung bereit.

Bislang existieren kaum Methoden zur integrierten Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen, die auf global einheitlichen und akzeptierten Zielen basieren. Eine im Rahmen des Forschungsprojekts «SDG-Bewertung» entwickelte Methode schafft nun Abhilfe. «Mit unserer Methode ist es erstmals möglich, den Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele auf Ebene von Produkten und Dienstleistungen zu messen und festzustellen, mit welchen Stellschrauben die Performance verbessert werden kann», sagt Dr. Ulrike Eberle, Projektleiterin und Leiterin der Forschung am ZNU. «Dies trägt nicht zuletzt zu mehr Transparenz entlang der Lieferkette zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht bei – eine Anforderung, die heute vor dem Hintergrund des Lieferkettengesetzes wichtiger denn je ist.»

Die Methode «SDG-Evaluation of Products (SEP)» nutzt als Maßstab die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (Englisch: Sustainable Development Goals, SDG) und 169 Unterzielen, die die Staatengemeinschaft im September 2015 verabschiedet hat. Die Methodenentwicklung wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Die Methode SEP besteht aus drei Bausteinen und fußt auf der Herangehensweise der Ökobilanz. Das Herzstück der Methode ist die Nachhaltigkeitsbewertung. Sie misst den Beitrag des Produkts respektive der Dienstleistung zu den jeweiligen SDGs anhand der festgelegten Indikatoren. Das Ergebnis zeigt, bei welchen Nachhaltigkeitsthemen das Produkt bereits gut ist und bei welchen noch Handlungsbedarf besteht.

Um die Bewertung zu vervollständigen, kann eine Analyse des gesellschaftlichen Nutzens ergänzt werden. Dadurch lassen sich mit Blick auf die SDGs zusätzliche Nutzenaspekte der betrachteten Produkte und Dienstleistungen jenseits ihres Kernnutzens identifizieren.

«Eine detaillierte Nutzenanalyse ermöglicht Unternehmen eine umfassendere Systembetrachtung bei der Nachhaltigkeitsanalyse», sagt Martin Möller, stellvertretender Projektleiter und Senior Researcher am Öko-Institut. «Darüber hinaus kann diese die Faktenbasis für die politische Bewertung unterschiedlicher Handlungsoptionen verbessern, zum Beispiel im Rahmen der Chemikalien- oder Produktpolitik.»

Um die Anwendung der Nachhaltigkeitsbewertung zu vereinfachen, wurde im Rahmen des Vorhabens zudem die Software ProFitS entwickelt, die frei genutzt werden kann. Weiterführende Informationen erhalten Interessenten unter folgenden Stichpunkten:

Ansprechpartner am Öko-Institut
Ansprechpartnerinnen am ZNU
Martin Möller Dr. Ulrike Eberle
Senior Researcher im Institutsbereich Produkte + Stoffströme Leitung Forschung und Projektleiterin SDG-Bewertung
stv. Projektleitung SDG-Bewertung Telefon: +49 2302 926-545
Öko-Institut e.V. E-Mail: ulrike.eberle@uni-wh.de
Geschäftsstelle Freiburg .
Telefon: +49 761 45295-256 Patricia Kief
E-Mail: m.moeller@oeko.de Marketing ZNU
Telefon: +49 2302 926-862
E-Mail: patricia.kief@uni-wh.de