Freitag, 14. Juni 2024
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Wiener Feinbäckerei Heberer: legt zu in 2013

Mühlheim / Main. (wfh) Die Wiener Feinbäckerei Heberer hat ungeachtet der noch erheblichen Kosten für die Restrukturierung das 4. Quartal 2013 mit einem positiven operativen Ergebnis von 1,2 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen konnte in 2013 sein operatives Ergebnis auf insgesamt knapp 2,3 Millionen Euro erhöhen, was einer Verbesserung von mehr als 500 Tausend Euro oder 28,7 Prozent entspricht. Die Geschäftsleitung sieht die positive Entwicklung als ein Ergebnis der strategischen Neuausrichtung, die erste Früchte trägt. Der Umsatz von 105 Millionen Euro (Vorjahr: 114 Millionen Euro) war bedingt durch die Abgabe von nicht profitablen Filialen und der endgültigen Aufgabe des Discountgeschäftes geplant rückläufig. Das Ebitda in 2013 betrug 5,6 Millionen Euro (plus 1,5 Millionen Euro gegenüber Vorjahr).

Alexander Heberer, gemeinsam mit seinem Bruder Georg Geschäftsführer des Unternehmens, zeigte sich erfreut über die Entwicklung: «Unsere vor einem Jahr eingeschlagene strategische Neuausrichtung ist aufgegangen. Wir haben früher als erwartet schwarze Zahlen geschrieben, obwohl die Restrukturierung noch nicht abgeschlossen ist». In diesem Prozess hatte sich das Unternehmen konsequent von nicht profitablen Standorten getrennt und gleichzeitig seine Filialen in den Kernregionen sowie an Hochfrequenz-Standorten wie Bahnhöfen und Flughäfen weiter ausgebaut und gestärkt. Auf Hochfrequenz-Standorten liegt neben einer weiteren Optimierung der Logistik- und Herstellungsprozesse auch der Fokus für das künftige Wachstum: Filialen an Bahnhöfen, U-Bahnhöfen und Flughäfen sowie Top-Innenstadtlagen werden weiter eröffnet oder ausgebaut.

Anfang 2013 hatte Heberer die Strategie entwickelt und die Umsetzung eines neuen Konzeptes begonnen, das im Wesentlichen eine Konzentration auf sogenannte «Kirchturm-Filialen» im Umkreis von 100 Kilometern der drei Produktionsstandorte Mühlheim am Main (bei Frankfurt), Weimar und Zeesen (bei Berlin) sowie an Hochfrequenz-Standorten wie Top-Innenstadtlagen, Flughäfen und Bahnhöfen vorsieht. In diesem Segment ist das Unternehmen bereits bundesweit Marktführer.

Im Rahmen der neuen Strategie wurden in 2013 wie beabsichtigt 50 Filialstandorte aufgegeben. Trotz eines planmäßigen Umsatzrückgangs von knapp neun Millionen Euro zeigten sich die angestrebten Kostenvorteile früher als erwartet. So lagen die Kosten per Jahresende 2013 um 6,9 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr bei gleichzeitiger Steigerung der Umsätze in den 277 verbliebenen Filialen um 1,5 Prozent auf rund 33 Tausend Euro pro Monat. Auch der Durchschnitts-Bon verbesserte sich im letzte Jahr um 3,5 Prozent.

«Diese Entwicklung zeigt, dass wir mit der neuen Strategie auf einem guten Weg sind. Optimierte Kosten und eine weitere Steigerung der Umsätze in den Filialen sind nicht zuletzt auf die konsequente Neuausrichtung zurückzuführen», sagt Heberer.

Darüber hinaus setzt Heberer neue Akzente im Bereich der Außenauftritts sowie der Kundenkommunikation. So entwickle sich das neue Filialkonzept «Heberer’s Traditional Bakery» im Frankfurter Flughafen weiterhin äußerst positiv. Neue Standorte in der ECE Skyline Plaza, Frankfurt Ostendstraße sowie Umbauten in Top-Innenstadtlagen im Großraum Frankfurt oder in den Bahnhöfen Heidelberg und Hanau sowie in U-Bahnhöfen in Berlin wirken sich ebenfalls positiv aus.

Auf gute Kundenresonanz stößt eine neu eingeführte Produktkennzeichnung für Heberers traditionell hergestelltes Sauerteigbrot, die einen hohen Wiedererkennungswert für den Verbraucher besitzt. Durch den Einsatz natürlichen Sauerteigs ohne Zusatzstoffe, eine lange Ruhezeit sowie die traditionelle Verarbeitung von Hand erreicht das Brot sein bei den Kunden beliebtes Aroma und seine lang anhaltende Frische. Dieses Qualitätsversprechen gilt nicht nur beim Sauerteigbrot von Heberer. Das Unternehmen wurde im Jahr 2013 im führenden Qualitätswettbewerb der Branche, dem Preis der Besten der DLG, mit fünfmal Gold und achtmal Silber ausgezeichnet.

Für die Zukunft prüft das Unternehmen eine mögliche Änderung seiner Unternehmensstruktur. So befinde sich Heberer in Gesprächen mit Investoren, die sich mit einer Minderheitsbeteiligung direkt am Unternehmen beteiligen möchten. Die Kontrolle des Unternehmens soll im Familienbesitz verbleiben. Ferner ist geplant, die Hochfrequenz-Standorte außerhalb der Kernregionen künftig auch in einem Betreiber-Franchise-Modell zu führen.