Samstag, 10. Dezember 2022
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ZDH: Demografische Entwicklung erreicht Lehrstellenmarkt

Berlin. (zdh) Die Handwerkskammern registrierten bis Ende Mai 35.385 neue Ausbildungsverträge (minus 9,8 Prozent gegenüber 2008). In Westdeutschland liegt der Rückgang aktuell bei 9,3 Prozent, in Ostdeutschland bei 13,5 Prozent. Diese Zahlen deuten auf einen allgemeinen Rückgang der Lehrstellen hin. Eine zuverlässige Prognose über das Jahresendergebnis ist aber noch verfrüht. Zumal viele Betriebe angesichts der Wirtschaftslage noch abwarten, ob sie Lehrstellen anbieten wollen. Umso wichtiger seien jetzt gemeinsame Anstrengungen, in den kommenden Wochen Lehrstellen anzuwerben, aber auch Jugendliche von einer berufspraktischen Ausbildung zu überzeugen, schreibt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Denn, und hier wird es für Bäcker interessant, neben der Wirtschaftskrise hinterlässt die Demografie zunehmend Spuren bei der Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt. Der deutliche Rückgang der Vertragszahlen in den neuen Bundesländern ist besonders auf drastisch rückläufige Schulabgängerzahlen zurückzuführen, viele Handwerksbetriebe dort finden keine Bewerber mehr. Von einem Lehrstellenmangel ist bis Ende 2009 nicht auszugehen. ZDH-Präsident Otto Kentzler: «Ohne qualifizierte Fachkräfte keine Top-Leistungen. Angesichts weiter zurückgehender Schulabgängerzahlen gilt: Nur wer jetzt weiter ausbildet, sichert die Leistungsfähigkeit seines Betriebs über die gegenwärtige Krise hinaus». An die Schulabgänger gerichtet sagt Kentzler: «Das Handwerk ist ein Stabilitätsanker. Ausbildung im Handwerk hat Zukunft. Sie bietet im Betrieb besondere Vorteile: Ausbildung im Team mit Gesellen und Meistern, auftragsorientiertes Arbeiten oft im direkten Kundenkontakt lehrt sie früh eigenverantwortliches Handeln».

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