Samstag, 25. Mai 2024
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Zentralverband: Bäcker und Politik im Dialog

Berlin. (zv) «Wir machen uns stark für die Zukunft des Bäckerhandwerks» – unter diesem Motto stand der Parlamentarische Abend des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV), der unlängst mit rund 80 Gästen in den Räumlichkeiten des Verbands in Berlin stattfand. Zahlreiche Bundestagsabgeordnete waren der Einladung gefolgt, um den Dialog mit dem Bäckerhandwerk zu suchen und politische Standpunkte auszutauschen. «Wer politische Verantwortung trägt, verdient höchsten Respekt, denn er steht im Dienste der Gesellschaft. Daher sind wir froh, uns heute auf Augenhöhe zu begegnen und den offenen Dialog zu pflegen», sagte ZV-Präsident Michael Wippler.

Dieser eröffnete den Parlamentarischen Abend mit einer Rede, in der er die Anliegen des Bäckerhandwerks auf den Punkt brachte: Weniger Bürokratie, eine faire Behandlung des Handwerks im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und der Schutz des Begriffs «Bäckerei» sind drei der wichtigsten Themen, für die er die Politik sensibilisieren möchte. «Mit dem guten Ruf und der Tradition werben viele. Zum Schutz des Verbrauchers vor Irreführung und des Handwerks vor unlauterem Marktverhalten wünschen wir uns eine eindeutige Regelung: Wo «Bäckerei» draufsteht, muss auch «Bäckerei» drin sein». Präsident Wippler forderte die Politik auf, den gesetzlichen Rahmen dafür zu schaffen. «Eine Bäckerei darf nur betreiben, wer die Ausbildung zum Gesellen absolviert, anschließend den Meister erworben hat und in die Handwerksrolle eingetragen ist».

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Von links: Michael Wippler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV), Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und ZV-Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider (Foto: ZV).

Gastrednerin war Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. In ihrer anschließenden Rede betonte sie die gesellschaftliche Bedeutung des Bäckerhandwerks und sprach sich dabei eindeutig gegen die Einmischung der Politik in die Rezepturen der Bäcker aus. Besonders kritisierte sie die geplanten Vorgaben der Politik im Hinblick auf den Salzgehalt im Brot. «Brot soll bleiben, wie es ist und war», sagte Connemann. Neben Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU waren auch Vertreter der SPD und Bündnis 90/Die Grünen vor Ort, darunter Mitglieder der Ausschüsse Wirtschaft und Technologie sowie Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Ein aktuelles Thema, das beide Redner in ihren Ansprachen besonders würdigten, war die Flüchtlingsproblematik. «Wir müssen pragmatische Lösungen finden und das Thema sachlich und ohne Hysterie diskutieren. Für mich steht fest: Ausbildung und Beschäftigung sind die besten Formen der Integration», sagte Michael Wippler, der diese Überzeugung auch in seinem Betrieb lebt und bereits seit Ende letzten Jahres einen Flüchtling zur Konditorin ausbildet.

Am Ende des Abends zieht Daniel Schneider, neuer Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, ein positives Fazit: «Das Handwerk bietet uns allen im Alltag ein großes Stück Lebensqualität und muss deshalb unterstützt und geschützt werden. Ich freue mich, dass so viele Kollegen aus der Politik diese Meinung teilen und unserer Einladung gefolgt sind» (Grafik: pixabay.com – Foto: ZV).