Freitag, 14. Mai 2021
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Boden-Brot: Veranstalter melden vollen Erfolg

Barsinghausen. (ae) Mit großem Zuspruch wurde die Aktion unter dem Motto «Gesunder Boden – Gutes Brot!» von Mitte Januar bis Ende Februar 2021 bedacht. Initiiert und organisiert wurde die Aktion von dem unabhängigen Berufsverband Die Freien Bäcker. Beteiligt waren 44 Handwerksbetriebe in Deutschland und Österreich.

Gemeinsam spendeten die engagierten Bäcker und Bäckerinnen gut 58.000 Euro für die Umsetzung der nächsten Etappe der Bildungsinitiative, die den Boden als Garant unserer Ernährung genau in den Blick nimmt.

Empfänger der Spende ist das gemeinnützige Tochterunternehmen des Verbands Die Freien Bäcker, das Atelier Ernährungswende gUG (i.GR.), dass sich künftig der Aufgabe widmet, auf der Grundlage der Vermittlung von Wissen und Erfahrungen bestehende Produktions- und Konsummuster in Richtung zunehmender Nachhaltigkeitsorientierung zu verändern.

Die beteiligten Handwerksbäckerinnen und Bäcker hatten im Vorfeld der Aktion thematisch passende, individuelle Brotrezepturen entwickelt. Im Januar und Februar reichten sie dann insgesamt 320.000 Boden-Brot-Tüten mit zahlreichen Informationen über die Ladentheken. In den Tüten steckten zum Beispiel Brote mit einem Anteil an Hülsenfrüchten (Bohnen, Erbsen, Linsen). Diese Ackerfrüchte zeichnen sich durch die besondere Funktion aus, den Boden mit dem von Pflanzen benötigten Stickstoff anzureichern.

Das erste Projekt der Atelier Ernährungswende gUG ist das angekündigte Bildungsvorhaben zum Thema «Boden» ab Sommer 2021. Dies ist nach der Aktion Boden-Brot die nächste Etappe der Initiative, bei der interessierte Menschen aus dem Bereich Landwirtschaft und Ernährung zu sogenannten «Bodenbotschafter*innen» ausgebildet werden sollen. Auf dem Programm stehen dabei die Wirkungen unterschiedlicher landwirtschaftlicher Praktiken und Herstellungsweisen von Lebensmitteln auf die Bodenfruchtbarkeit. Ausgewiesene Boden-Expert*innen aus der Wissenschaft wie auch von Praktiker*innen werden die Inhalte in Theorie und Praxis vermittelt.

Diese erste Etappe der Bildungskampagne, die Aktion Boden-Brot, hatte darauf aufmerksam gemacht, dass für die Sicherung der Ernährung von Mensch und Tier die vielfältigen biologischen Prozesse im Boden und der Erhalt und Aufbau der Bodenfruchtbarkeit von größter Bedeutung sind. Doch neben anderen von uns Menschen verursachten Problemen des Bodens, stellt die Klimakrise Bauern und Bäuerinnen, als Bewirtschafter*innen des Bodens, zunehmend vor gewaltige Herausforderungen. Letztendlich ist eine nachhaltige Bewirtschaftungsweise von Land und Boden lebenswichtig, um Dürrphasen, steigenden Temperaturen oder Starkregen zu begegnen und genug Nahrungsmittel produzieren zu können. Gegenstand der Bildungskampagne ist deshalb, darauf aufmerksam zu machen, dass an vielen Stellen das Ökosystem Boden wiederherzustellen ist und Böden konsequent und real – also nicht nur als fernes, auf dem Papier formuliertes Ziel – vor weiterer Versiegelung zu schützen sind.

Die gezielte Nachfrage von nachhaltig, besonders ökologisch erzeugten Rohstoffen und Lebensmitteln aus der Region trägt dazu bei, dass Böden nachhaltig bewirtschaftet werden. Eine enkeltaugliche Wirtschaftsweise lässt sich indes nicht mit irreführenden «Sonderpreisen» realisieren. Sie bedarf der fairen Entlohnung der gesellschaftlichen Leistungen, die von den Erzeuger*innen und Hersteller*innen nachhaltiger Lebensmittel erbracht werden (Foto: Die Freien Bäcker).