Donnerstag, 13. Juni 2024
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Hefeindustrie bereitet auf Preiserhöhungen vor

Bonn. (dvh) Die Hefeindustrie ist unter Kostendruck, schreibt der Deutsche Verband der Hefeindustrie (DVH). Die Herstellkosten für frische Backhefe steigen. Für Rübenmelasse – wichtigster Rohstoff der Branche – werden höhere Einkaufspreise erwartet. Die aktuellen Tariflohnanhebungen treiben die Personalkosten. Immer umfangreicheren Hygiene- Arbeits- und Umweltschutzauflagen wirken sich in der betrieblichen Umsetzung ebenfalls auf die Gesamtkostensituation aus.

Reduzierte Rübenanbauflächen

Die verfügbare Menge an Rübenmelasse, wichtigster Rohstoff für die Fermentation der Backhefe, wird sich verringern und spürbare Preiserhöhungen erwarten lassen. Grund dafür ist ein aktuelles Überangebot an Zucker im Markt durch eine vorangegangene gute Zuckerrübenernte. Die europäische Zuckerindustrie hat mit einer Reduzierung der Anbaufläche reagiert. Die Flächenreduzierung in Deutschland wird auf 16 Prozent geschätzt. Da Rübenmelasse ein Nebenprodukt bei der Zuckerherstellung ist, wird die Mengenverringerung bei Zuckerrüben eine Preisanpassung für Rübenmelasse nach sich ziehen.

Personalkosten steigen

Die neuesten Tarifabschlüsse zwischen der Gewerkschaft NGG und relevanten Industrien liegen je nach Tarifgebiet zwischen 2,5 und drei Prozent. Zusätzlich wirken sich weitere Sonderleistungen auf die Personalkosten aus.

Nahrungsmittelsicherheit

Die zunehmende Bedeutung von Nahrungsmittelsicherheit im nationalen wie internationalen Umfeld erfordert die stringente Einhaltung zahlreicher Hygiene-, Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen. Kontinuierliche Investitionen in Technik und betriebliche Infrastruktur auf allen Herstellungsstufen der Lebensmittelproduktion, mit direkten Auswirkungen auf die Herstellkosten, sind die konsequente Folge daraus. Diese Kostenentwicklung trifft eine Branche mit bereits rationell und kosteneffizient arbeitenden Betrieben, die sich ständig wachsenden Anforderungen in Qualitätssicherung stellen muss.