Donnerstag, 29. Februar 2024
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Arbeitskosten: im Osten 26,6 Prozent unter Westniveau

Wiesbaden. (destatis) 2012 betrugen in Deutschland die Arbeitskosten je geleistete Stunde im Schnitt 30,70 Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) schreibt, lagen in Ostdeutschland die Arbeitskosten mit 23,45 Euro um 26,6 Prozent unter dem Niveau Westdeutschlands inklusive Berlin (31,94 Euro je geleistete Stunde). Der geringste Abstand zum Westniveau bestand dabei in den vom öffentlichen Dienst geprägten Branchen: Hier betrug der Unterschied im Jahr 2012 nur 5,0 Prozent und es zeigt sich die weitgehend erreichte Angleichung der tariflichen Bezahlung. Der größte Abstand zwischen Ost und West bestand hingegen mit 37,8 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe, das in besonderem Maße dem Standort- und Produktwettbewerb ausgesetzt ist. 1992, kurz nach der Wende, fiel der Abstand in dieser Branche mit 53,4 Prozent noch deutlicher aus. Bis 1996 schrumpfte die Lücke kräftig bis auf 42,7 Prozent. Seitdem fand nur noch eine schwache Annäherung statt (2000: 42,2 Prozent, 2004: 41,3 Prozent, 2008: 40,0 Prozent). Als Ursache für den erheblichen und beständigen Unterschied im Verarbeitenden Gewerbe wird häufig die Größe der Unternehmen genannt. 2012 waren im Verarbeitenden Gewerbe die Arbeitskosten großer Unternehmen (1.000 und mehr Beschäftigte) sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland etwa doppelt so hoch wie die Arbeitskosten kleiner Unternehmen (zehn bis 49 Beschäftigte). Jedoch arbeitete im Westen mit gut einem Drittel der Beschäftigten (36 Prozent) ein deutlich größerer Anteil in einem großen Unternehmen als im Osten (14 Prozent).

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