Freitag, 29. März 2024
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Für Anleger: Bund begibt ab Herbst Grüne Bundeswertpapiere

Berlin. (bund) Die Bundesrepublik Deutschland hat in dieser Woche ihr erstes Rahmenwerk für Grüne Bundeswertpapiere veröffentlicht. Mit Grünen Bundeswertpapieren will die Bundesregierung Transparenz schaffen über die «grünen» Haushaltsausgaben des Bunds und gleichzeitig den «Sustainable Finance» Standort in Deutschland stärken. Perspektivisch wird der Bund als Benchmark-Emittent im Euroraum verschiedene Laufzeiten anbieten, eine grüne Renditekurve für Green Bonds aufbauen und so einen Mehrwert für den Sustainable Finance-Markt in Europa schaffen.

Die grünen Ausgaben dienen vielfältigen Zielen. Es sollen saubere Verkehrssysteme gefördert und CO2-Emissionen von Fahrzeugen reduziert werden. Der Übergang zu einer weitgehend mit erneuerbaren Energien arbeitenden Wirtschaft und einem effizienteren Energieverbrauch soll beschleunigt und die Forschung für eine nachhaltigere Zukunft unterstützt werden. Zudem leistet der Bund auf diese Weise international einen bedeutenden Beitrag zum Schutz des Klimas und der biologischen Vielfalt.

Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium Finanzen (BMF): «Der Bund wird von nun an jedes Jahr Grüne Bundeswertpapiere emittieren. Damit setzen wir einen starken Impuls zur Stärkung des Sustainable Finance Marktes. Unser innovatives Zwillingskonzept ist darauf ausgelegt, neue Investoren und Emittenten für den Markt für grüne Anleihen zu gewinnen und als Katalysator zu dienen, um mehr Investitionen in eine umweltfreundlichere Wirtschaft zu lenken.»

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU): «Die Bundesregierung hat mit dem Klimapaket die Weichen für immense Investitionen in umwelt- und klimafreundliche Technologien gestellt. Auch die Finanzwirtschaft kann dazu beitragen, diese zu realisieren. Grüne Bundesanleihen setzen dafür einen klaren Anreiz. Wir demonstrieren damit, wie umwelt- und klimafreundliches Wirtschaften transparent und einschätzbar gemacht werden kann.»

  • Sustainable Finance Standort Deutschland stärken: Deutsche Emittenten haben in der Vergangenheit bereits wesentlich zur Entwicklung des internationalen Marktes für grüne Anleihen beigetragen – insbesondere die Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW, aber auch viele andere Emittenten wie Kommunen und privatwirtschaftliche Unternehmen. Mit Grünen Bundeswertpapieren geht der Bund nun den nächsten logischen Schritt.
  • Transparenz über grüne Ausgaben im Bundeshaushalt schaffen: Auf internationaler Ebene bekennt sich Deutschland nachdrücklich zum Pariser Klimaabkommen und zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, für die der Bund seit Jahren umfangreiche Haushaltsmittel bereitstellt. Mit der Emission von Grünen Bundeswertpapieren und dem damit verbundenen Reporting schafft die Bundesrepublik Deutschland eine hohe Transparenz über grüne Ausgaben im Bundeshaushalt.
  • Grüne Ausgaben von rund 12,7 Milliarden EUR identifiziert: Bei der Auswahl der grünen Haushaltspositionen orientiert sich der Bund an etablierten internationalen Marktstandards, etwa den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und insbesondere den «Green Bond Principles» der «International Capital Market Association» (ICMA).
     
    Das jetzt veröffentlichte Rahmenwerk stellt die Kategorien grüner Ausgaben des Bundes dar. Dabei werden den Emissionen immer Ausgaben des abgeschlossenen, vorhergehenden Haushaltsjahres zugeordnet. Einbezogen wurden die Ausgaben aus sieben Ministerien im Jahr 2019. Diese wurden im Einzelnen überprüft und einer externen Evaluierung unterzogen (so genannte «Second Party Opinion»).
     
    Die Ausgaben in Höhe von gut 12,7 Milliarden EUR, die anhand der Kriterien des Rahmenwerks als grüne Ausgaben klassifiziert wurden, gruppieren sich in fünf zentrale Sektoren: (1) Verkehr; (2) Internationale Zusammenarbeit; (3) Forschung, Innovation und Information;(4) Energie und Industrie; (5) Land- und Forstwirtschaft sowie Naturlandschaften.
  • Zwillingsanleihen sichern Wirtschaftlichkeit und Markttransparenz: Die neuen Grünen Bundeswertpapiere werden stets mit den identischen Merkmalen eines bestehenden konventionellen Bundeswertpapieres ausgestattet (das heißt gleiche Laufzeit und gleicher Kupon). Mit dem Konzept dieser Zwillingsanleihen verfolgt der Bund das Ziel, für Standardlaufzeiten der konventionellen Kurve grüne Zwillinge zu begeben. So kann der Bund in Zukunft Investoren verschiedene Laufzeiten anbieten und perspektivisch mit einer grünen Euro-Zinsbenchmark einen zusätzlichen Mehrwert für den «Sustainable Finance»-Markt schaffen.
 

Nachtrag: Grüne Bundeswertpapiere – die grünen Zwillingsanleihen des Bunds

In der zweiten Jahreshälfte wird der Bund erstmals grüne Bundeswertpapiere begeben. 2020 soll in diesen Papieren voraussichtlich ein Volumen zwischen acht und zwölf Milliarden Euro emittiert werden. Die neuen grünen Wertpapiere werden stets an ein bestehendes konventionelles Bundeswertpapier angelehnt und mit übereinstimmenden Merkmalen ausgestattet sein. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein erstklassiger Schuldner. Bundesanleihen gelten als besonders sicher. Andererseits: Beim derzeitigen Zinsniveau muss jeder Anleger selbst entscheiden, ob er in die grünen Bundeswertpapiere investieren will. Weitere Details gibt es unter folgenden Links:

backnetz:eu