Donnerstag, 29. September 2022
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KfW-Konjunkturkompass: Der «lange Weg» dauert 18 Monate

Frankfurt. (kfw) Die Pandemie hat Europa wie ein Blitz getroffen. In Breite und Tiefe ist die Rezession einzigartig. Die deutsche Wirtschaft dürfte 2020 um rund sechs Prozent zurückgehen. Bleibt eine zweite Infektionswelle aus, sollte jedoch schon im zweiten Halbjahr eine zunächst kräftige und dann abflauende Erholung beginnen, die sich 2021 in einem aufholenden Wachstum von fünf Prozent niederschlägt. Das Ausgangsniveau würde im Herbst 2021 wieder erreicht. Die insgesamt «verlorene Wirtschaftsleistung» beträgt dann etwa 300 Milliarden Euro.

Im Euroraum dürfte die Rezession mit minus sieben Prozent (2020) respektive minus sechs Prozent (2021) noch tiefer ausfallen, schreibt KfW Research im Konjunkturkompass Mai 2020. Denn gerade die anderen großen Länder Frankreich, Italien und Spanien wurden von der Pandemie besonders hart getroffen und auch die strukturellen Voraussetzungen sind ungünstig.

Anmerkung der Redaktion: Auch wenn die Pandemie Europa wie ein Blitz getroffen hat, bleibt doch festzuhalten, dass hierzulande fast alle Akteure den Kopf noch über Wasser halten – sofern sie ihn über Wasser halten wollen. Unternehmen hatten Gelegenheit, beeindruckend schnell und nachhaltig zu lernen, wo ihre Stärken und Schwächen sind. 18 Monate aufholendes Wachstum sind dagegen nur ein Wimpernschlag. Mehr Sorge sollten die Lockerungsdrängler bereiten, die durch ihren Leichtsinn (A) Vertrauen erschüttern, (B) Verschwörungstheorien Vorschub leisten, und (C) die zügige Erholung – Leben und Lebensunterhalt – zugunsten ihrer Profilierung aufs Spiel setzen (Anmerkung Ende).

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