Donnerstag, 29. Februar 2024
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Tarifpolitik: Bayern sieht sich vor großer Herausforderung

München. (liv) In einem Schreiben an Bayerns Arbeits- und Sozialministerin Emilia Müller hat sich Landesinnungsmeister Heinz Hoffmann für die Zusage bedankt, darauf achten zu wollen, dass die Ausgestaltung der Gesetzgebung zum Mindestlohn keine Gefährdung von Arbeitsplätzen mit sich bringt. Die Ministerin hatte die Aussage beim Verbandstag 2014 der bayerischen Bäcker Ende Mai getroffen. Hoffmann: «Wir sehen die große Gefahr, dass die Festsetzung eines Mindestlohns generell die großen Anstrengungen, die die Wirtschaft, ganz besonders das Bäckerhandwerk, im Bereich der beruflichen Qualifizierung unternommen hat, konterkariert werden». Hoffmann weist darauf hin, dass es in vielen Regionen für die Betriebe sehr schwer werden dürfte, qualifizierte Fachkräfte auf Dauer zu halten, könnten bereits Ungelernte einen Lohnanspruch von 8,50 Euro pro Stunde geltend machen. Qualifizierte Mitarbeiter gegenüber dem gesetzlich fixierten Einstiegsniveau um so viel besser zu bezahlen, wie notwendig ist, um einen gebührenden Abstand zu Ungelernten zu gewährleisten, sei eine große Herausforderung, die es zu bewältigen gelte. Es wäre fatal, würden ausgebildete Fachkräfte durch Un- und Angelernte ersetzt. Dies führte mittel- und längerfristig zu Qualitätseinbußen auch für die Verbraucher, was nicht gewollt sein kann. Mit großer Sorge wies Bayerns Landesinnungsmeister auf die drohenden Verwerfungen am Arbeitsmarkt durch die Anpassungsregelung hin. Die vom Gesetzgeber getroffene Entscheidung, die jährliche Erhöhung des Mindestlohns am Schnitt aller Tariferhöhungen auszurichten, werde arbeitsintensive Branchen wie das Bäckerhandwerk besonders nachteilig treffen. Mit einer Personalkostenquote von 40 bis 45 Prozent des Umsatzes sei das Bäckerhandwerk auf eine verantwortungsvolle Tarifpolitik angewiesen.

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