Dienstag, 18. Juni 2024
Deutsch Englisch

Backprozess: Mehr Energie sparen dank Simulations-Tool

Nuthetal. (igv) Der Backprozess ist nach wie vor der energieintensivste Bereich der Backwarenherstellung. Durch Einstellung der Backprozessparameter, wie zum Beispiel Ofentemperatur, Backzeit und Schwadenmenge, erfolgt eine direkte Einflussnahme auf die Energieeffizienz und die Produktqualität. Eine Optimierung der Backtechnologie ist daher für die Energieeinsparung und Qualitätssicherung von großem Interesse. Da beim Backen vielfältige chemische, biochemische und physikalische Prozesse nacheinander und parallel verlaufen, ist eine Beschreibung der Abläufe durch mathematische Gleichungen nicht ganz einfach. Diese sind Voraussetzung für die Entwicklung eines Simulations- Tools, das verschiedene Vorgänge beschreibt und Änderungen in der Backtechnologie sofort in deren Wirkung auf den Energieverbrauch und die Produktqualität anzeigt. Das IGV Institut für Getreideverarbeitung in Bergholz-Rehbrücke hat in einem durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geförderten Kooperationsprojekt mit der Aucoteam GmbH und dem PFA Privatinstitut zur Förderung der Automatisierung (beide in Berlin ansässig) Lösungen für diese Aufgabenstellung entwickelt. Die aufgestellten Gleichungssysteme seien geeignet, die Physik des Backprozesses mathematisch adäquat und mit hinreichender Genauigkeit zu beschreiben. Mit Hilfe der Software MatLab gelange man dank des gemeinsam entwickelten Simulations-Tools schon binnen zehn Sekunden zu einem Ergebnis für einen Parameteransatz, heißt es aus Bergholz-Rehbrücke. Mit dem neuen Simulations-Tool werde Bäckereien eine effektive Möglichkeit zur energetischen Optimierung des Backprozesses zur Verfügung gestellt. Allerdings sei die Kalkulation noch nicht abgeschlossen und hänge wie immer auch von der zu konzipierenden Verkaufsmenge ab, heißt es auf Nachfrage. Daher seien die Akteure derzeit eher daran interessiert, mit dem Simulations-Tool, das auf MatLab aufsetzt, Anwendungsbeispiele zu realisieren und in Firmen-individuellen «Transferprojekten» einzusetzen.