Dienstag, 18. Juni 2024
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Branchengeflüster: neue Eigentümerstruktur für Ankerbrot?

Wien / AT. (div) Während die Causa Müller-Brot für Ex-Eigentümer Klaus Ostendorf suboptimal verlaufen ist und noch ein paar Fragen zu klären sind, beäugt Österreichs Fachwelt die Vorgänge um die Ankerbrot AG. Dem Vernehmen nach will Sohn Peter Ostendorf, Geschäftsführender Vorstand der Wiener Großbäckerei, seinen Anteil am Unternehmen von derzeit 15 auf 50 Prozent erhöhen. Aktuell hält die Familie Ostendorf über die Famos GmbH insgesamt 60 Prozent an Anker – wobei Peter Ostendorf, einer seiner Brüder und seine Eltern davon jeweils 25 Prozent halten – also jeweils «real 15 Prozent». Real 40 Prozent an der Großbäckerei hält Investor Michael Philips – zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats. Peter Ostendorf kann unter der aktuellen Konstellation nichts ohne Zustimmung der anderen Gesellschafter entscheiden. Das soll sich ändern und er sei bereits auf Partnersuche. Der Rest ist Spekulation. Interessant in diesem Zusammenhang sind einige Kennzahlen: Im Geschäftsjahr 2011 setzte Ankerbrot mit rund 1.700 Beschäftigten etwa 135 Millionen Euro um. Die Großbäckerei zählt 140 Filialen und bäckt pro Tag etwa 200 Tonnen Brot und Gebäck – davon 90 Prozent in Wien und zehn Prozent in Leoben. Die Großbäckerei hat ihr Sortiment drastisch verändert: Im Vergleich zu 2003 ist die Zahl der Artikel um 40 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist der Tiefkühl-Anteil in den letzten Jahren von 30 auf 50 Prozent gestiegen. Zudem liegen nur noch fünf Filialen von den erwähnten 140 Verkaufsstätten vor den Toren Wiens, weiß die Regionalpresse.