Mittwoch, 24. Juli 2024
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Fachkräftemangel: Was können Sie tun?

Frankfurt. (kfw) Die Beschäftigung in Deutschland steigt seit nunmehr dreizehn Jahren. Gleichzeitig hat sich die Arbeitslosigkeit halbiert. Einen derart langen Aufschwung am Arbeitsmarkt hat die deutsche Wirtschaft seit mehr als 50 Jahren nicht erlebt. Offenbar hat Deutschland das richtige Rezept für eine erfolgreiche Beschäftigungspolitik gefunden.

Der zunehmende Fachkräftemangel nährt allerdings die Sorge, dass der Job-Boom bald ein Ende finden könnte, weil am Arbeitsmarkt der Nachwuchs knapper wird. Dies würde nicht nur die heimischen Unternehmen treffen, sondern auch zu wachsenden Engpässen im Güter- und Dienstleistungsangebot führen. Zusätzlich wecken Digitalisierung und globaler Wettbewerb bei vielen Beschäftigten Ängste vor Arbeitsplatzverlusten.

Beide Sorgen sind begründet: Die demografische Entwicklung lässt einerseits erwarten, dass der Fachkräftemangel sich im nächsten Jahrzehnt verstärken wird. Nach 2030 dürfte er ohne Gegenmaßnahmen in weiten Teilen der Wirtschaft zu gravierenden Engpässen führen. Eine beschleunigte Automatisierung der Produktion kann andererseits zu Entlassungen führen, auch wenn an anderer Stelle Arbeitskräfte gesucht werden. Dies erhöht die Anforderungen an die Qualifizierung sowie berufliche und räumliche Flexibilität der Betroffenen.

Im «Fokus Volkswirtschaft» Nr. 216 (PDF) untersucht die KfW Bankengruppe, welche Ursachen das deutsche «Jobwunder» ermöglicht haben. Aus den Befunden leitet der Autor Martin Müller Antworten ab, wie die Herausforderungen am Arbeitsmarkt durch den demografischen Wandel und die Digitalisierung ohne gravierende Fehlentwicklungen bewältigt werden können.

Schlussfolgerung: Die Analyse legt nahe, dass frühzeitiges Handeln geboten ist, auch um die Digitalisierung als Chance zu höherer Produktivität aktiv zu gestalten. Für die backenden Branchen möchte man noch hinzufügen: Hinter vorgehaltener Hand reden wir auch im Bäckerhandwerk schon lange von Automatisierung. Stehen Sie dazu und freunden Sie sich lieber früher als später mit einem Automatisierungsgrad an, mit dem zum Beispiel noch «wertbestimmende Prozessschritte» von Hand erledigt werden können.