Mittwoch, 7. Dezember 2022
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Sehne KG: «Alle Filialen sind verkabelt»

Ehningen. (div) Die Sehne Backwaren KG hat in ihren 134 Filialen Mitarbeiter/innen per Video überwachen lassen, berichtet die «Stuttgarter Zeitung». Sehnes Marketingchefin Irmtraud Füll bestätigt dies gegenüber der Tagespresse, die derzeit noch zwischen Zurückhaltung und Anklage schwankt. «Alle Filialen sind verkabelt», sagt die Tochter von Geschäftsführer Gerd Sehne. Das sei beim Bau wesentlich billiger. Im Verdachtsfall werde eine Kamera angeschlossen und die Betriebsratsvorsitzende informiert. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung spricht Andreas Lutz, bei Sehne für die Technik zuständig, von einem «lückenlosen Warenwirtschaftssystem», das dazu diene, Differenzen in der Inventur zu ermitteln. Dafür seien Kameras nötig, die alles erfassten, jedoch nur gelegentlich im Einsatz seien. Überprüft würden sie von externen Dienstleistern, und zwar zum Wohl der Beschäftigten. «Die Kameras sind zum Schutz der Mitarbeiter da», betont Lutz und meint damit die ehrlichen. Was der Presse im Südwesten eigentlich aufstößt ist die Tatsache, dass Kameras nicht nur über der Kasse, sondern auch im Umkleidebereich installiert sind. Dies rechtfertigt Lutz damit, dass dort die Abrechnungen gemacht würden. Insgesamt zählt die Sehne Backwaren KG mit Hauptsitz in Ehningen über 700 Beschäftigte. Das Unternehmen ist im Verband Deutscher Großbäckereien organisiert und zahlt entsprechende Tariflöhne. Verkäuferinnen kommen so auf zehn Euro je Stunde – fast doppelt so viel, wie manch andere Filialleiterinnen anderer Ketten erhalten – sagt Dieter Kindler, Chef der Stuttgarter NGG-Sektion. Die Observierung wurde erst durch den Einbruch in eine Filiale bekannt, bei dem unerwartet eine Kamera aus der Deckenverkleidung gefallen war …

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