Freitag, 14. Juni 2024
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Erfolgreich in der Nische: Müllers Lust

Hamburg. (zm) Dem ZeitMagazin Ausgabe 48, das nun schon ein paar Wochen alt ist, hatten wir uns an dieser Stelle schon mal gewidmet. Bislang nicht erwähnt hatten wir die schöne Reportage über den Bäcker und Müllermeister Stefan Blum aus der Münchener Innenstadt. Eine Getreidemühle mitten in einer der teuersten Einkaufslagen! Da hat man nicht viele Möglichkeiten, und so kam Müllermeister Blum zum Backen. Doch zu welcher Zeit: «2010: Auch die Supermärkte haben das Prinzip Teiglinge für sich entdeckt. Rewe lässt an einem Standort täglich Vorgebackenes in Hunderttausendermengen produzieren und bundesweit ausliefern. Aldi und Penny stellen Backautomaten auf. Und jeden Tag schließt irgendwo ein Handwerksbäcker. Blum eröffnet seine Backstube», schreibt Elisabeth Raether von der «Zeit». Blum konnte sich 2010 schlicht nicht vorstellen, dass den Deutschen allesamt plötzlich der Sinn für gutes Brot abhanden gekommen ist, stellte einen Gesellen ein und nannte seine Bäckerei «Knapp und Wenig» – was durchaus Programm ist. Zitat: «Blums minimalistische Backstube lässt die Großbäckereien und ihre Anlagen, riesig wie Atomkraftwerke, ein bisschen lächerlich aussehen. Brotbacken ist eine Tätigkeit von schlichter Eleganz, eine simple, naheliegende Erfindung, weshalb es keine menschliche Kultur auf der Erde gibt, die kein Brot isst». Mehr über die Kunstmühle Jakob Blum und die kleine Bäckerei gibt es in der wunderschönen Reportage «Müllers Lust» zu lesen.