Montag, 26. Februar 2024
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Wesermühlen: Das absehbare Ende schmerzt

Hameln. (usp) Hinter den Kulissen brodelt es: «Ausgerechnet die Wesermühlen». Sie erinnern sich: Ende September hatte die VK Mühlen AG verkündet, die Wesermühlen Hameln stillzulegen (siehe WebBaecker 39/2012). Auf regionaler Ebene werden seither Schuldzuweisungen hin- und hergeschoben und für die Region Hameln ist die Einstellung des «Typenmehl-Betriebs» der traditionsreichen Wesermühlen sicher ein herber Schlag. Doch die Entscheidung ist gefallen und Aktionismus frei nach dem Motto «Politik stellt Eilantrag zur Rettung» – wie es in der Regionalpresse nachzulesen ist – wäre ein Weg, der schon in anderen, wesentlich prominenteren Fällen viel Geld aus dem Steuersäckel gekostet, doch wenig gebracht hat. Wer nah dran ist an den Wesermühlen, noch dazu mit Herzblut, den schmerzt das natürlich. Doch die Wesermühlen Hameln gehören zur Kampffmeyer Mühlen GmbH, einem Geschäftsbereich der VK Mühlen AG. Die wiederum gehört zur «LLI Euromills GmbH» und damit letztlich zur «Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG». Haupteigentümer von LLI sind die Raiffeisen-Holding Niederösterreich- Wien sowie die Raiffeisen Zentralbank Österreich. Der lange Weg in den Entscheidungen, Eigentumsverhältnissen und Aktionärsinteressen – von den Wesermühlen bis zur LLI – zeigt, dass die Wehmut in den Berichten der Regionalpresse sicher gut ankommt bei ihren Leserinnen und Lesern, an den realen Möglichkeiten der Einflussnahme aber weit vorbei geht. Es ist wie es ist. Schade um die Wesermühlen. Andererseits dürften Steuerzahler der Lokalpolitik getrost böse sein, wollte die tatsächlich – unter dem Strich – den österreichischen Eigentümern das hiesige Steuergeld in den Rachen schmeißen … meint Ihre Ute Speer.

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