Samstag, 31. Oktober 2020
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Südback 2020: reagiert auf veränderte Bedingungen

Stuttgart. (mstgt / eb) Antworten, die potenzielle Aussteller und Besucher der Südback 2020 jetzt suchen, können die Messe Stuttgart und ihre Partner noch nicht geben. Mit Blick auf die Covid-19-Pandemie ist es dafür noch zu früh. Andererseits erwarten Aussteller und Besucher eine Reaktion auf die außergewöhnlichen Umstände. Eine Mitteilung an die Medien erschien in dieser Woche. Geneigte Leser können die weiter unter 1:1 nachlesen. Den Ausführungen aus Stuttgart hat der WebBaecker eine etwas längere Einleitung vorangestellt in der Annahme, damit die Nachricht der Messe Stuttgart sinnvoll ergänzt zu haben. Los geht’s:

Die Südback vom 17. bis 20. Oktober 2020 gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen für Bäcker und Konditoren und ist Treffpunkt für die backende Branche im deutschsprachigen Raum und dem benachbarten europäischen Ausland. An der Veranstaltung 2019 auf dem Gelände der Messe Stuttgart beteiligten sich im September 2019 auf einer Bruttoausstellungsfläche von 65.000 Quadratmetern in sechs Messehallen rund 710 Aussteller.

Welche Auswirkung hat die Covid-19-Pandemie auf die Fachmesse? Genau darauf wollen Veranstalter und Partner möglichst früh eine Antwort geben, auch wenn sie selbst noch gar nicht wissen können, in welcher Phase der Mitigation (Schadensbegrenzung) wir im Oktober stehen werden. Erster großer Test wird Ostern sein – und die darauf folgenden Statistiken des Robert-Koch- Instituts und der Johns Hopkins Universität. Um es kurz zu machen: Es gibt viele wichtige Argumente, die sowohl für als auch gegen Großveranstaltungen sprechen.

Der Druck aus der Wirtschaft nimmt zu

Je mehr der Druck aus der Wirtschaft zunimmt, desto deutlicher haben Bund und Länder bislang ein Mantra wiederholt, das sich wie folgt zusammenfassen lässt: «Menschenleben vor Wirtschaft». Weshalb das so ist – und wir das weiterhin beherzigen sollten – hat vor gut einer Woche sachlich neutral Dr. Mai Thi Nguyen-Kim erklärt mit einem Video, das auf Youtube binnen kürzester Zeit gut 4,6 Millionen mal aufgerufen wurde – hier zu finden unter «Covid-19 Basiswissen: Besser zielen lernen mit Dr. Mai». Die Grundlagen sind also bekannt, weshalb wir später im Jahr nicht – möglicherweise – leichtfertig das verspielen sollten, was wir uns hier und jetzt mit konsequenter sozialer Distanz erarbeiten.

Diesem Druck standzuhalten ist schwer. Fast alle Ebenen unserer Gesellschaft tun sich schwer, der wissenschaftlichen Logik zu folgen. Um bei ihrem jeweiligen Klientel punkten zu können, sind sie bereit, unnötige Risiken einzugehen – von denen dann möglicherweise Andere heimgesucht werden mit ungewissem Ausgang. Andererseits: Der Laden muss laufen, der ökonomische Schaden begrenzt bleiben. Eine verzwickte Situation, aus der heraus es keinen leichten Ausweg gibt.

Für definitive Antworten ist es noch zu früh

Den Druck hat längst auch die Messe Stuttgart zu spüren bekommen. Nicht nur mit Blick auf die Südback 2020, um die es hier geht. Schließlich erfüllt die Fachmesse wichtige Funktionen, die weit über die Ausstellung von Produkten, Konzepten und Dienstleistungen hinausgehen. In normalen Zeiten gibt sie Impulse und setzt Dynamiken frei. Hier schon jetzt zur «richtigen» Entscheidung zu finden, wie sie punktgenau auf den kommenden Oktober passt, ist schwer.

Wie der folgenden Mitteilung aus Stuttgart zu entnehmen ist, hat der Druck soweit zugenommen, dass die Fachmesse 2020 nicht in sechs Hallen stattfindet, sondern in fünf. Im September 2019 waren die Hallen 5, 6, 7, 8, 9 und 10 im Einsatz. Im Oktober 2020 sollen es die Hallen 5, 6, 7, 8 und 10 sein. Das geänderte Hallenkonzept soll einen zirkulierenden Besucherfluss über beide Messespangen fördern.

Die Antworten, die Aussteller und Besucher jetzt suchen, können die Messe Stuttgart und ihre Partner – verifiziert und nachprüfbar – frühestens Ende Mai, Anfang Juni geben. Dann nämlich erst beraten sich Experten auf Bundes- und auf Länderebene.

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Südback reagiert auf Wirtschaftslage

Stuttgart. (08.04. / mstgt) Für viele Betriebe der backenden Branche bedeutet die Coronakrise ein ungewisser Ausblick in die Zukunft. Gerade nach dieser Zeit sind Messen eine ideale Plattform und Inspirationsquelle für neue Ideen, Konzepte und Produkte. Vom 17. bis 20. Oktober findet die Südback, die Fachmesse für Bäcker und Konditoren, auf der Messe Stuttgart statt. «Wir freuen uns mit der Südback auf ein Branchentreffen im Herbst, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir blicken zuversichtlich nach vorn», sagt Anne-Kathrin Müller, Projektleiterin der Südback. «Auch die Konditoren mit angeschlossenen Cafés trifft die Situation sehr. Die Betriebe, die Onlineshops aufgebaut haben, können jetzt punkten. An dieser Krise können wir aber wachsen und die Südback ermöglicht es, neue Konzepte und Ideen kennenzulernen, um das Geschäft zukunftssicher zu machen – auch auf dem digitalen Weg», sagt Klaus Vollmer, Landesinnungsmeister des Konditorenhandwerks Baden-Württemberg. Und auch die Bäcker blicken optimistisch auf den Herbst: «Das Bäckerhandwerk steht durch die Corona-Krise vor einer der größten Herausforderungen in seiner jüngeren Geschichte und vor Folgen, die überhaupt noch nicht absehbar sind», sagt Landesinnungsmeister Martin Reinhardt vom Landesinnungsverband für das Württembergische Bäckerhandwerk. «Und trotzdem muss es und wird es auch nach der Corona-Krise weitergehen. Der Branchentreffpunkt in Stuttgart bietet dafür auch in diesem Jahr Innovationen und Informationen auf höchstem Niveau und aus erster Hand. Die Südback 2020 ist somit unverzichtbar, um die backende Branche, die Aussteller und die Besucher auf dem Weg zurück in die Normalität zu begleiten.»

Anpassung des Hallenkonzepts

Um aber den Unsicherheiten und einer gewissen Zurückhaltung der Unternehmen zu begegnen, wird daher das diesjährige Hallenkonzept angepasst. «Um in jedem Fall auf ungeplante Änderungen reagieren zu können und eine optimale Durchführung der Messe zu gewährleisten, legen wir momentan das Hallenkonzept neu aus», sagt Müller. Geplant wird in diesem Jahr mit der Halle 5, der Oskar Lapp Halle (Halle 6), Halle 7, Alfred Kärcher Halle (Halle 8) und der Paul Horn Halle (Halle 10) – die Halle 9 wird nicht belegt. Mit dieser Anpassung hält die Südback an der Hallenkonstellation über zwei Messespangen fest, die einen zirkulierenden Besucherfluss über das Messegelände fördert – und ist flexibel für die kommende Südback-Jahre. «Die Messe Stuttgart und ihre Partner, das backende Handwerk und die Bäko, handeln mit dieser vorausschauenden Änderung der Hallenbelegung mit Augenmaß, der aktuell schwierigen Situation angemessen und verantwortungsbewusst. Diese frühzeitige Weichenstellung bietet beste Voraussetzungen für die backende Branche und ihre Zulieferer im Herbst wieder kraftvoll durchzustarten und mit Hilfe der Südback 2020 an einer erfolgreichen Zukunft zu arbeiten», sagt Gunter Hahn, geschäftsführender Vorstand der Bäko-Zentrale eG.

Gewappnet für die Zukunft

Denn aktuellen Prognosen des Sachverständigenrats als Beratergremium der Bundesregierung zufolge sei derzeit eine Normalisierung der wirtschaftlichen Lage und ein rascher Aufschwung über den Sommer wahrscheinlich. 2021 soll die Wirtschaft danach dank gewaltiger Aufholeffekte mit einer Rate von 3,7 Prozent wachsen.

Diese Vorhersagen lassen positive Schlüsse für die Südback 2022 zu: «Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass wir im Jahr 2022 wieder an die letztjährige Hallenkonstellation anknüpfen können. Mit der zusätzlichen Halle 9 können wir wieder auf den prognostizierten Wirtschaftsaufschwung reagieren und belegen die Hallen dann wieder in Carré-Form am Westende des Messegeländes», sagt Andreas Wiesinger, Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Stuttgart (Grafik: Messe Stuttgart).