Freitag, 25. September 2020
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Unser Heimatbäcker: Stefan Blaschak räumt auf

Pasewalk. (eb) Zugegeben, nachdem der Mehrheitseigner Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) bei der Unser Heimatbäcker Gruppe im März 2018 die Geschäftsführung austauschte, haben wir uns nicht um das Klein-Klein gekümmert, das sich vor diversen Arbeitsgerichten in der Region abspielte. Im Oktober drangen dann Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Schwerin ans Licht gegen die im März abgesetzten Geschäftsführer. Die hatten wohl nach Gutdünken Firmengelder an einen ihnen nahestehenden Personenkreis verteilt. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Schwerin eine unüberlegte Dusseligkeit, Deckel drauf und zu. Man kann also nicht sagen, dass es die Staatsanwaltschaft Schwerin auf die nächste Stufe der Eskalation angelegt hätte.

Was jetzt die neue Lila-Bäcker-Geschäftsführung um Stefan Blaschak bewogen hat, die abgesetzte Geschäftsführung anzuzeigen, erschließt sich uns noch nicht ganz, weil es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handelt. Diesmal sind die Vorwürfe jedenfalls deutlich konkreter und auch die Staatsanwaltschaft Schwerin hört und/oder liest sich nicht mehr so, als ginge es um ein Kavaliersdelikt.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass der Vorwurf der Veruntreuung und Unterschlagung im Raum steht. Demnach soll die Staatsanwaltschaft in dieser Woche Wohn- und Geschäftsräume von Mitgliedern der ehemaligen Geschäftsleitung durchsucht haben. Beamte sollen in sieben Objekten in Berlin, Rostock, Stralsund und Neubrandenburg, zudem in Heringsdorf auf Usedom Beweismittel gesichert haben, berichtet einhellig die norddeutsche Regionalpresse und der NDR.

Demnach soll die Staatsanwaltschaft Schwerin gegen die ehemaligen Verantwortlichen wegen Untreue und dem Vorenthalten sowie dem Veruntreuen von Sozialversicherungsbeiträgen ermitteln. Zur Schadenshöhe und zu den einzelnen Tatvorwürfen gibt es noch keine offiziellen Stellungnahmen, weil die Ermittlungen noch laufen. Es bestehe jedoch der Verdacht, dass vor dem Wechsel in der Geschäftsführung Gelder veruntreut und die Firmengruppe dadurch «in erheblichem Maß geschädigt» wurde, zitiert die Berliner Zeitung einen Sprecher der neuen Firmenleitung in Pasewalk.