Freitag, 14. Juni 2024
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Monitoring: Zahl der Vegetarier hat sich verdoppelt

Karlsruhe. (mri) Im Rahmen des 51. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) präsentierten Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts (MRI) aktuelle Auswertungsergebnisse des Nationalen Ernährungsmonitorings (NEMONIT). Gravierende Veränderungen im Lebensmittelverzehr konnten die Wissenschaftler bei den rund 1.800 Befragten nicht feststellen. Doch einen gesellschaftlich viel diskutierten Trend bestätigt die Auswertung des Verzehrs der letzten sechs Jahre in Deutschland: Die Zahl der Vegetarier im Land hat sich fast verdoppelt. Mit NEMONIT wird das Ernährungsverhalten der deutschsprachigen Bevölkerung seit 2008 kontinuierlich beobachtet. Basis ist die Nationale Verzehrsstudie II (NVS II – Befragungszeitraum 2005 bis 2007). Aktuell wurden nun die Daten von 1.800 Personen aus dem NEMONIT-Befragungszeitraum 2008 bis 2012 zusammen mit den Daten aus der NVS II im Hinblick auf Veränderungen im Ernährungsverhalten ausgewertet. Für die meisten der untersuchten Lebensmittelgruppen ergaben sich dabei keine Veränderungen, auch nicht bei Backwaren und Getreideprodukten. Doch Männer wie Frauen essen seit der NVS II weniger Obst, rund 14 Prozent, und liegen damit noch weiter unter der Empfehlung der DGE als in der NVS II. Zudem trinken sie weniger Obstsaft und Nektar. Dafür hat das Wasser als Getränk bei beiden Geschlechtern weiter gewonnen, ebenso wie Tee und Kaffee. Frauen haben darüber hinaus etwas mehr Süßwaren verzehrt und auch mehr Fette oder Öle zu sich genommen. Insgesamt hat sich der Lebensmittelverzehr der Teilnehmer im Hinblick auf die lebensmittelbasierten Empfehlungen der DGE nicht verbessert. Deutlich verändert hat sich im Vergleich zur NVS II (2005 bis 2007) allerdings die Zahl der Vegetarier. Ihr Anteil hat sich von damals rund einem Prozent auf fast zwei Prozent in 2012 erhöht. Zudem ist die Zahl der Menschen gestiegen, die zwar auf Fleisch und Wurst verzichten, aber Fisch essen, von rund 0,7 Prozent in der NVS II auf nun rund 1,5 Prozent.